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1778: Keine Dachziegel für Frohnhausen (2)

habe bereits einige davon in meinem Häfner-Ofen verfertigt und diesen heute Seiner Excellenz dem Herrn Praesidenten vorgezeiget. Ich bin dahero entschlossen, eine Ziegelhütte bei Breidscheid aufzubauen und Ziegel zu brennen, mithin bitte unterthänigst-gehorsamst, mir die Hohe Erlaubniß dazu um so mehr gnädig zu ertheilen, als an diesem Ort vor zeiten eine Ziegelhütte gestanten hat, solches Ziegelbrennen auch eine allgemein nüzige Sache ist. Ew. Excellenz Hochwohl- und Wohlgebohrenen, auch Hochgelehrten pp. Gnädig-Hochgebietend- und Hochgeehrtesten Herren unterthäniger Suppl." (Supplikant = Antragsteller)

Johann Georg Schmidt muss den "Hochwohlgeborenen Freiherren" der Landesregierung mit seinem Antrag willkommen gewesen sein. Schon nach zwei Tagen, am 10. September 1778, erging an die Fürstliche Rentkammer in Dillenburg die Anweisung, über die Ziegelproben und die Errichtung einer Ziegelhütte in Breitscheid ein Gutachten vorzulegen. Aber so eilig wie die Landesregierung hatte es die Rentkammer nicht. Sie verwaltete mit recht bescheidenem Erfolg die Herrschaftliche Ziegelbrennerei bei Herborn und war an einem Konkurrenzunternehmen nicht interessiert. Das Gutachten ("Pro Memoria") wurde erst am 23. Januar 1779 geschrieben und der Regierung am 30. Januar vorgelegt. Es lautete:

"Es hat zwar der Häfnermeister Schmidt von Breidscheid in der Wiederanlage die Erlaubniß nachgesucht, eine Ziegelhütte anlegen zu dürfen, jedoch nunmehr nach seiner gegen den Bau-Inspektor Sckell gethanen Erklärung dieses Vorhaben wieder aufzugeben, zugleich aber auf den Fall, wann eine solche von Herrschafts wegen angelegt werden sollte, seine Dienste offerirt.
Was nun die von demselben eingeschickten Proben betrifft, so sind solche bey der von dem Bau-Inspektor Sckell, mit Zuziehung eines auswärtigen Ziegelbrenners angestellten Untersuchung vollkommen gut gearbeitet und gebrannt und besser als die Herborner und Allendorfer Proben befunden worden. Nur tritt hier eben die Schwierigkeit ein, welche nach unserem heutigen Pro Memoria bey der von dem Amtmann Spies (vom Amt Haiger) projektirten Ziegelhütte sich findet. Die Herrschaftlichen Waldungen zu Breidscheid sind nicht in dem Stand, daß Holtz zu dieser Brennerei genommen werden könnte. Eher könnten solches wohl noch die Breidscheider und Langenaubacher Gemeindswaldungen liefern. Nur würde solches den doppelten Nachtheil haben, daß einestheils an diesen Orten nicht mehr so viel Wald als bisher geschehen, würde gebrannt (= Holzkohle für die Eisenindustrie) - anderntheils auch von diesen Gemeinden weniger Brand-Holtz nach Herborn und in die nahegelegenen Orte würde verkauft werden können, welches dann natürlicher Weise wieder auf die Herrschaftlichen Waldungen zurückfallen, und aus diesen der Abgang zu ersetzen seyn würde.
Da außerdem auch hier statt hat, was in obgemeldetem Pro Memoria angeführt worden, daß es nehmlich noch zur Zeit an einem hinlänglichen Debit (= Absatz) der Ziegel fehle, So möchte die kostspielige und vieles Bauholtz erforderliche Errichtung dieser Ziegelhütte vorerst wenigstens nicht nöthig noch thunlich seyn."

Die Rentkammer war also gegen eine neue Ziegelhütte - und die Landesregierung wusste auch warum. Aber ihre Bemühungen gingen weiter. Nach fünf Tagen, am 4. Februar 1779, verfügte sie an das Amt Herborn, der Häfnermeister Schmidt aus Breitscheid solle erklären, ob er eine Ziegelhütte errichten wolle und "ob er nicht auch zugleich Kalck zu brennen sich entschließen möchte". Johann Georg Schmidt war einverstanden, aber er hatte nun allerlei Bedenken und Wünsche. In dem Vernehmungsprotokoll des Amtmanns Reichmann zu Herborn vom 25. Februar 1779 heißt es :

"Erschiene der Häfnermeister Johann Georg Schmidt von Breidscheid und liese sich auf beschehenen Vorhalt vernehmen: Er hätte um des-

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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