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1744 Rechtsstreit zwisch. Breitsch. u. Erdbach um die Koppelhut auf " Hermesroth "

     Es ging kurz um folgendes: Breitsch. hatte damals Ackerland auf Hermannsroth. Vor den bebauten Stücken lag ein kleines Stück Weideland, das auch den Breitscheidern "eigentühmlich" war. Erdbach hat mit Breitsch. das Recht der Mitweide auf dem Weideland sowohl, wie auch auf den Äckern, wenn diese abgeerntet waren oder urlos lagen. Breitsch. will aber auch nicht dulden, daß das vor den Äckern liegende Breitsch.er Stück Weideland vom Erdbacher Vieh beweidet wird, wenn die Äcker besaamet sind, also zur "Florzeit". Zum Schutze der Äcker vor dem Weidevieh hat es "alle Jahrs von ohnfürdencklicher Zeit her" eine " Flur Hege" vor dem "Hermesroth" gemacht.

Nach dem Rechtsgutachten (Berufungsschrift)( Gemeindearchiv Breitscheid 10 Seiten Umfang ) gegen die klagende Gemeinde Erdbach führt es dazu aus: Wir bestreiten den Erdbachern die Koppelhut an dem strittigen Platze gar nicht;zur Flurzeit aber gehören Sie nicht dahin zuhüten, haben auch solches nicht vorhero praetendiret (beansprucht), und wann ihr Vieh Hirte vor dießem, wann unsere äcker im flohr gestanden, dießen daran liegenden geringen orth anmaßlich mit ihrem Vieh Behühet, und durch unßere flur Heege gebrochen, so haben unßere gemeinds leuthe, wann Sie solches gesehen und gewahr worden, das Erdbacher rind Vieh und pferde weg gejaget, auch wohl ehedem den Erdbacher Vieh Hirten, daß Er zur Fluhr Zeit daselbst gehüthet, weggeschlagen..." Die Vertheidigungsschrift schließt mit der Bitte an das Berufungsgericht, es möge dahin erkennen, " daß sich die klagende gemeinde (Erdb.) der Koppelhuth (an dem fragl. Orte) zur fluhrzeit so lang enthalten müße, biß wir die früchte eingeärndet und das feldt von den früchten geleeret worden seye....

Ew. Hochfreyherren, Exiellentien ? Wohl= und Hoch Edel gebornen ?
unterthänig gehorsamste außen bemelte appellantische gemeinde". (Breitsch.)

Die Sachlichkeit gebietet es, auch der Gegenschrift der Erdbacher gegen die vorstehende Berufungsschrift (kurz) zu gedenken. Erdbach sagt im Eingange derselben, es sei eine muthwillige Berufungssache, einer starken und wohlbemittelten.. gegen eine geringe und arme gemeinde, jene suche diese durch allerhand Beschwernisse und langwieriges u. kostbares Prozessieren müde zu machen und zu entkräften. Breitscheid wolle den in Frage stehenden Ort, der in der Koppelweide liege, nebst dem Äckerchen daneben zum Ackerfeld ziehen; darum hätte es den Anfang dazu " mit Hineinhackung in die Kppelweydt... gemachet."

Der Ort sei aber von Jahr zu Jahr und "bey" menschen gedenken als eine Koppelweydt mit dem Vieh betrieben worden und nicht zu den auf die Koppelweyd stoßenden Äckern gehörig. Sie hätten auch zur "Eckerigzeit" des Wäldchen in dem gemeinschaftlichen Bezirk mit ihren Schweinen betrieben. Gleichwie sie, die Erdbacher, zwischen ihrem Eigentum u. der Koppelweide "richtige steine gesetzet" so sollten es auch die Breitscheider tun statt ihrer (Holz) Krenze, die gar leichtlich verkommen, durch das Vieh vertreten und zu Krieges= oder sterbens Zeiten verwachsen und also bey den nachkömlingen die limites (Grenzen) der Koppelweyde in streit und unrichtigkeit kommen dörfften"..

Die Br.er sind auch "nicht befugt, sich des gehöltzes in dem wäldgen des gemeinschaftlichen grund und bodens allein anzumaßen"..Sie (die Erdbacher) hätten nichts dagegen, wann zur Fluhrzeit ihr Vieh in das baufeldgen einbrechen sollte, dasselbe daraus zu schmeißen und zu pfänden. Wenn der fragl. Ort zu dem Feld der Br.er gehören soll, warum haben sie ihn dann nicht auch mit ihrem Ackerfeld eingehegt, sondern zur Koppelweyd wüst u. umgebauet liegen lassen?

(Die Erdbacher fügen ihrem Schreiben eine Karte bei. Über den Ausgang des Streites fehlen die Akten).

Fortsetzung Seite 356, ( Gem. Archiv )

Übersetzung der Seite 355 durch Hans Henn

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