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100 Jahre Breitscheider Schule in nassauischer und preußischer Zeit (2)

Nachfolger im Amt des Lehrers und Organisten wurde 1836 August Hermanni, geboren 1808 in Haiger. Er übernahm die Schule mit 103 Kindern, die in mehreren Stufen und zu verschiedenen Zeiten unterrichtet wurden. Hermanni hatte das Lehrerseminar in Idstein besucht und war in Möttau und Liebenscheid Schulvikar gewesen. In der Breitscheider Schulchronik ist seine Bestallungsurkunde in Abschrift eingetragen:

"...Wir zu Höchst-Dero Landes-Regierung verordnete Präsident, Direktoren, Geheime, Geheime Regierungs-, Kirchen-, Oberschulräthe und Assessoren ernennen hiermit den Lehrvicar August Hermanni zu Liebenscheid, Amt Marienberg, zum Lehrer an der Elementarschule zu Breitscheid, Amt Herborn, und zugleich zum Vorsänger und Organisten an der dasigen Kirche und bewilligen ihm eine vom 1. Juni laufenden Jahres anfangende, in Quartalsraten aus der dasigen Gemeindekasse zahlbare jährliche Besoldung von 135 Gulden, freie Wohnung (im Anschlag 20 Gulden), Zinsen von Schulkapitalien (23 Gulden), Benutzung einer Wiese von 20 Ruthen (2 Gulden), als Organist aus dem Kirchenfond (20 Gulden), Summa 200 Gulden. Wir erteilen demselben hierüber gegenwärtiges Dekret zu seiner Legitimation....". Wiesbaden, den 11. Mai 1836 (Unterschriften und Siegel).

Trotz reichlicher Schularbeit richtete Lehrer Hermanni auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Dorfmitte, wo später das Gemeindehaus stand, zur Förderung des Obstanbaues eine Baumschule ein. Er gründete auch einen Sängerchor, dem rund 100 Personen angehörten. Die Gemeinde würdigte diese Leistungen schon im ersten Jahr mit einem Mietnachlass von 10 Gulden. 1839 führte Hermanni die von der nassauischen Regierung in Wiesbaden für die heranwachsende Jugend vorgesehene freiwillige Sonntags- und Abendschule ein, die im Winter gehalten wurde und dem Lehrer 20 Gulden Jahresvergütung einbrachte. Er hatte jedoch zu bekla-gen, dass diese Fortbildungsmöglichkeit bei der Bevölkerung nur wenig Anklang fand.

Im Juni 1842 wurde Lehrer Hermanni in seine Vaterstadt Haiger versetzt, in Breitscheid folgte ihm Lehrer Johann Konrad Kreuter, der 1810 in Merkenbach geboren war. Er war fast 37 Jahre hier im Schuldienst tätig und hatte - wie frühere Schüler im Alter noch gerne erzählten - ein gutes Ansehen im Dorf (nicht zuletzt, weil er im "Freigeben" für die Feldarbeit recht großzügig war). Im Revolutionsjahr 1848 erlebte Lehrer Kreuter, dass infolge der "Märzerrungenschaften" (so die Schul-Chronik) die Fortbildungsschule und die Strickschule für Mädchen abgeschafft wurden - eine seltsame Folge falsch verstandener Freiheit ! 1850 hatte Lehrer Kreuter die stattliche Schar von 137 Schülern allein zu unterrichten; wäre schon damals die heute angestrebte und sicher notwendige Klassenstärke von 25 Schülern verwirklicht gewesen, dann hätte jedes Kind nur einen Tag Schule in der Woche gehabt. Bemerkenswert ist auch, dass auf Grund einer für ganz Nassau geltenden Verordnung das Schulzimmer im Jahre 1854 einen grünen Wandanstrich "statt des bisherigen blendend-weißen, den Augen so nachteiligen Kalkanstrichs" erhielt.

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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