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Johann Henrich Lang aus Breitscheid (2)

Als die Militärschule 1848 aufgelöst wurde, bemühte sich die Regierung, die Lehrer an anderen Lehranstalten in Wiesbaden unterzubringen. Bei Professor Lange machte das einige Schwierigkeiten. Obwohl ihm die Direktoren des "Gelehrten-Gymnasiums" und des Real-Gymnasiums günstig beurteilten, fand sich keine seinem Rang und seiner Besoldung ent-sprechende freie Stelle für ihn. So wurde vorgeschlagen, ihn unter Be-lassung seiner bisherigen Bezüge als Lehrer für Arithmetik, Feldmesskunde und Situationszeichnen am Landwirtschaftlichen Institut auf Hof Geisberg bei Wiesbaden zu verwenden, was das Staatsministerium in Wiesbaden im November 1848 genehmigte.

In diesem neuen Amt war Professor Lange nur noch drei Halbjahre tätig. Vielleicht fühlte er sich unterbewertet, vielleicht machte sich auch das Alter bemerkbar: Mitte 1850 erwähnen die Akten nachlassende Leistungsfähigkeit und zunehmende Taubheit, so dass er zum 1. Juli 1850 im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand versetzt wurde. Da er unverheiratet war und ihm bei der Berechnung seiner Pension nach dem damaligen Beamtengesetz die Kriegsjahre 1812 - 1815 ("drei Campagnejahre") doppelt angerechnet wurden, konnte er in Wiesbaden, wo er wohnen blieb, mit 907 Gulden Pension einen sorgenlosen Lebensabend genießen. Er starb am 2. November 1856; im Sterberegister ist er wieder mit seinem Breitscheider Namen "Johann Henrich Lang" eingetragen, wie es die behördliche Genauigkeit erforderte.

Um 1834/35 hatte der damalige Oberleutnant Lang in Breitscheid ein Haus gebaut oder gekauft, das von seinem kinderlosen Bruder Johann Jost (und wahrscheinlich auch von seinem ledigen Bruder Johannes) bewohnt wurde. Dieses Haus erwarb 1856 Peter Stahl ("Hennings Peter"), Schwiegersohn der Schwester Anna Elisabeth des Johann Henrich Lang, die 1811 den Häfner Adam Henning aus Schlitz geheiratet hatte. Der neue Besitzer betrieb in dem Haus, das heute noch "Petersch Haus" genannt wird, lange Jahre Wirtschaft und Krämerei. Dass es vorher einem Professor gehört hatte, war nach dem Aussterben des Familiennamens Lang in Breitscheid in wenigen Jahrzehnten vergessen.

Bearbeitet nach einer Publikation von Ernst Henn im Oktober 1974 in den "Heimatblättern" durch Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach.

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