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Der geplante Kalkabbau der Firma Buderus im Breitscheider "Faulfeld" (2)

Worum geht es nun den Unternehmen Buderus und Portland-Zement? Die Probebohrungen, die sich über Wochen hinziehen und demgemäß viel Geld kosten, sind ja nur der Anfang einer unendlichen Geschichte. Die Wetzlarer und Heidelberger Firmen haben nämlich ein Problem: Ihnen geht der Rohstoff Kalk aus, den sie dringend für die Eisenerzeugung und Zementherstellung benötigen. Der Kalksteinbruch Hermannstein ist bald erschöpft, insofern müssen andere Abbaumöglichkeiten aufgetan werden und im Breitscheider Feld ist ja noch genügend Kalkstein auf eigenem Grund und Boden vorhanden. Der Pressesprecher der Firma Buderus, Dr. Schmidt, wiegelte der heimischen Presse gegenüber ab und erklärte, "wir müssen jetzt abwarten, was die Laborbefunde ergeben. Die Ergebnisse liegen wahrscheinlich erst im Herbst vor." Erst dann werde man sich gegebenenfalls um Genehmigungsverfahren zum Abbau bemühen, doch bislang stehe keineswegs fest, ob überhaupt in der Breitscheider Gemarkung abgebaut werde, so Dr. Schmidt.

Die Breitscheider Gemeindeverwaltung ist über die vorgesehenen Probebohrungen unterrichtet worden. Da diese auf dem Grundbesitz der genannten Firmen stattfinden, kann die Gemeinde dagegen keine Einwände vorbringen. Bevor jedoch ein Abbau begonnen wird, ist ein förmliches Genehmigungsverfahren einzuleiten und durchzuführen. Dabei wird die Gemeinde gehört und ist auch aufgefordert, dazu Stellung zu beziehen. Die Gemeindegremien werden sich dann mit diesem Vorhaben beschäftigen und auch äußern müssen. Neben der Gemeinde werden andere Träger öffentlicher Belange am Genehmigungsverfahren beteiligt und erst danach durch die zuständige Stelle (ich denke durch den Regierungspräsidenten) entschieden, ob der Kalkabbau genehmigt wird oder nicht.

Das Verfahren kann mehrere Jahre währen, wird aber sicher noch in diesem Jahrzehnt abgeschlossen. Bei einem für die beteiligten Firmen positiven Ausgang wird dann mit dem Abbau von Kalkgestein in größerem Umfang begonnen. Das könnte wie folgt aussehen:
Etwa 80 m von der Grenze der Naturschutzgebiete entfernt (dieser Abstand muss eingehalten werden) wird im selben Abbau-Modus wie im Medenbacher Steinbruch großflächig Kalkstein gebrochen, in dem durch Wandsprengungen Stufe für Stufe abgebaut und in die Tiefe gegangen wird. Das Kalkgestein wird an Ort und Stelle in einem Brecher zerkleinert und mit großen LKW über die Straße Erdbach -Breitscheid, zu der eine Anbindung erfolgt, durch die Orte Breitscheid und Medenbach oder Schönbach abgefahren.
Die Sprengungen werden das Dorf Breitscheid erschüttern, denn zumindest die Häuser im Neubaugebiet zwischen Erdbacher und Schönbacher Straße stehen auf Felsrippen, die sich ohne Unterbrechungen durch das gesamte Faulfeld zum Ort hinziehen. Ein Westwind weht die Staubfahnen, die beim Sprengen und Brechen entstehen, nach Erdbach hinein, der Ostwind nach Breitscheid hinauf. Nach weiterem Grunderwerb kann der Abbaubereich bis 300 Meter an den Ortsrand herangeführt werden, so dass sich im jetzigen Faulfeld dann ein großer Krater auftut, der mit hohen Wällen und Stacheldraht umgeben ist. Der Abbau des dort vorhandenen Kalks wird sich über Jahrzehnte im neuen Jahrtausend hinziehen und damit das Leben unserer Kinder und Kindeskinder beeinträchtigen. Zusätzlich zu dem geschilderten Szenario wird noch folgendes eintreffen:
Das Erdbachhöhlensystem ist mit großer Sicherheit durch den Kalkabbau stark gefährdet. Der unterirdische Erdbach fließt südlich von der Gasse-Schlucht unterm Faulfeld und seine über Jahrtausende vom Wasser gefräste Höhle wird durch die Sprengungen zerstört. Damit verschwindet ein Naturdenkmal, welches im weitem Umkreis seinesgleichen sucht. Ebenso wären die Sprengungen der Untergang für weitere bislang noch unerforschte Höhlensysteme in diesem Gebiet.

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