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Die Gemeindefinanzen 1769 / 1770 (2)

Im letzten Vierteljahr 1769 hatte die Gemeinde eine Einnahme von über 600 Gulden aus der Lieferung von Holzkohlen an die Haigerer Hütte. - Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts ist die Köhlerei in Breitscheid nachgewiesen. Der Distriktname "Kohlhain" (mundartlich "Kohle" = Wald, in dem geköhlert wurde) wird schon in den ältesten Breitscheider Flurverzeichnissen um 1500 genannt.

Dem Heimberger werden im Dezember Verpflegungskosten für auswärtige Köhler erstattet. "Als die Köhler die letzten Kohlen abgeliefert und aus dem Wald gegangen, haben selbige fünf Mahlzeiten bei mir gegessen; setzte für jede Mahlzeit 3 Albus, tut 1 Gulden. Noch ist damals an Branntwein aufgegangen vier halbe Schoppen, tut 8 Albus."

Am Jahresende zahlt die Gemeinde 15 Gulden Zinsen ("Interessen") an den Bergrat Heusler zu Dillenburg für ein "Capital" von 300 Gulden.

Die Abfassung einer "Schrift" im Prozess gegen den Förster Göbel in Breitscheid kostete die Gemeinde 12 Albus. - Der aus dem Dorf stammende Beklagte war nicht Gemeindebeamter, sondern herrschaftlicher Förster in Breitscheid. Der Prinz von Oranien und Fürst zu Nassau besaß damals noch Wald in der Breitscheider Gemarkung.

Im Januar 1770 zahlte die Gemeinde 60 Gul-den "Kalkzehnten" an den Landkeller Preußer in Dillenburg. - Die Gemeinde verkaufte Kalk, der in einem Kalkofen am Ort gebrannt wurde, und hatte aus dem Erlös den Zehnten an die Landesregierung in Dillenburg zu entrichten.

Den Holzhauern aus Oberroth wurden im März 26 Gulden und 19 Albus Hauerlohn ausgezahlt. Der Akkordsatz betrug 1/2 Gulden für l Klafter (etwa 4 Raummeter) Buchenholz. - Es ist nicht zu ersehen, weshalb die Gemeinde auf Holzhauer von auswärts angewiesen war, da doch bis in unsere Zeit das Holzfällen die Winterbeschäftigung der ortsansässigen Bauern gewesen ist.

Am Ende des Rechnungsjahres erhalten auch die "Gemeindebeamten" ihre Vergütung: der Waldschütz (Aufseher im Gemeindewald) Johannes Petry erhält etwas über 14 Gulden Lohn und der Heimberger eine Entschädigung von 11 Gulden und 22 Albus für 88 Dienstgänge. Die dreifache Ausfertigung der Rechnungsaufstellung, eine Arbeit, die vom Heimberger oder von den Vorstehern damals nicht verlangt werden konnte und wohl beim Amt in Herborn vorgenommen wurde, kostete die Gemeinde 4 Gulden.

Da die Gemeinde Breitscheid im Rechnungsjahr 1769/70 nicht ganz 1755 Gulden eingenommen, aber etwas mehr als 1811 Gulden ausgegeben hatte, blieb sie dem Heimberger beim Rechnungsabschluss über 56 Gulden schuldig. Auf die Erstattung dieses vorgelegten Betrages musste der Heimberger bis zur nächsten größeren Einnahme warten - eine einfache Art der Erziehung des Verantwortlichen zur Wachsamkeit über die Finanzen seiner Gemeinde.

Bearbeitet von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach

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