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ANNO DOMINI 1472 - Kein Jahr des Heils für Breitscheid ! (2)

Durch das Hinzukommen von zwei neuen Steuerpflichtigen war die Zahl der Haushalte zwar nur um zwei niedriger geworden, die Zahl der Einwohner aber hatte sich wesentlich verringert.

In der Herbstbedeliste sind 8 männliche und 7 weibliche Erwachsene so-wie mehrere Kinder als tot ("doit") bezeichnet. Außerdem werden l Mann und 2 Frauen in dieser Liste und auch später nicht mehr als Haushaltungsvorstände genannt, so dass auch mit ihrem Ableben zwischen Mai-und Herbstbede gerechnet werden muss. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Pest Todesursache war - vielleicht mit einigen Ausnahmen.

Von den 33 erwachsenen Haushaltungsvorständen der Maibedeliste 1472 waren im Herbst desselben Jahres 14 Personen tot. Der Ausfall beträgt 42 Prozent. Würde man diese Sterblichkeitsziffer auf die gesamte Dorfbevölkerung übertragen, so müsste bei etwa 175 Einwohnern - im Durchschnitt 5 Personen je Haushalt - mit etwa 75 Toten zwischen Mai und November gerechnet werden. Vergleicht man aber die Herbstbedeliste 1472 mit der Maibedeliste 1498 (der letzten in der vorliegenden Reihe), so zeigt sich, dass der Prozentsatz nicht gleichmäßig auf alle Altersklassen angewandt werden kann. Die Zunahme von 33 auf 47 Haushalte (im Jahr 1498) in etwas mehr als 25 Jahren lässt darauf schließen, dass die jüngere Dorfbevölkerung von dem Sterben im Jahr 1472 weniger betroffen war als die ältere. Es müssen mehr als durchschnittlich 2 Kinder je Haushalt überlebt haben und zur Familiengründung gekommen sein. Einheiraten von auswärts sind nur wenige verzeichnet. Da ihnen auch sicher Ausheiraten gegenüber standen, kann der Zuwachs nur aus der jungen Generation der Dorfbevölkerung gekommen sein.

Auffallend ist, dass schon in der Maibedeliste 1472 bei 14 von 33 Haus-halten kein männlicher Haushaltungsvorstand genannt wird. Selbst wenn man annimmt, dass die Liste nur Eigentümer nennt und für die eingeheiraten Männer deren Frauen oder Schwiegermütter (als Hofbesitzer) steuerpflichtig sind, bleibt Grund zu der Vermutung, dass ein Frauenüberschuss bestand. Wahrscheinlich wurden damals schon vom männlichen Geschlecht mehr Opfer gefordert als vom weiblichen; die beiden letzten Eintragungen in der Liste ("Gotschalck enweck an den Galgen" und "Der Smet enweck an den Galgen") könnten Beweise dafür sein.

Die in der Herbstbedeliste 1472 genannten Verstorbenen waren:
  1. Contz Bromer vnd sin
  2. Moder (Mutter)
  3. Henchin Metzen Son (Sohn)
  4. Contzel Orleyß Wiff (Frau oder Witwe)
  5. Francken Elßichin
  6. Claß Hessen Hen Son mit
  7. Wiff vnd Kinder
  8. Gueden Heyntze mit dem
  9. Wiff
  10. Paffen Peter
  11. Heyntz Lange mit
  12. Wiff vnd Kind
  13. Heymann, Backußers Eyden (Eidam = Schwiegersohn)

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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