www.ge-li.de

geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite II

So hat er mich ermutigt und mir gern mit seinem sachkundigen Rat gedient. Leider wurde Geheimrat Wagner schon im folgenden Jahr pensioniert. Unter seinem Nachfolger Dr. Domarus ging es amtlicher her, soweit es unsere Sache betrifft. Doch hat er uns gerne Archivalien hierhergeschickt, welche Ortssachen Breitscheids waren, wofür auch ihm unser Dank ausgesprochen sei. Der zweite Hochgesinnte war Herr Hörpel, der ausgezeichnete Erforscher des Beilsteiner Gebiets. Geheimrat Wagner hatte ihn bei seinen Forschungen im Archiv aufmerksam auf mich, oder vielmehr unsere Sache gemacht, und er ist ihr bis heute in selbstloser, allzeit hilfsbereiter Weise zugetan geblieben. Dank sei auch den Herren Pfarrern hier (Weyel, Gaul, Bars) gesagt für frdl. Überlassung der Bücher und Akten des Pfarrhauses. Frau Pfarrer Bars war so liebenswürdig auch einiges in die Chronik einzuschreiben, wofür ihr auch hier herzlich gedankt sei. Hier darf auch nicht des Haupteinschreibens der Chronik, unser Ernst Henn (geb. 1907 hier), vergessen werden. Die Gemeinde wird ihm ja eine mäßige Vergütung fürs Einschreiben gewähren, aber weil er seine Hilfe nie von irgendwelchem Lohn abhängig gemacht hat, und so ideal gesinnt ist, sie auch ohne einen solchen gern zu leisten, darum muß er auch den Edlen hier angereiht werden. Er bekundet große Liebe für die Heimatgeschichte, und vielleicht dürfen wir in der Weiterführung unserer Chroniksache auf ihn hoffen.
- Nachträglich sei auch des Herrn Leh. Gunkel dankend gedacht (1920-1924 hier), der gern Eintragungen ins "Heimatbuch" gemacht hat.
- Die Zierschrift in der Chronik hat unser Techniker Ernst Thielmann bereitwillig ausgeführt, wofür auch ihm bestens gedankt sei.
- Der Dank dem Höchsten gegenüber, dessen ewige Arme mich bis hierher durch alle Lebenshemmungen und Schwachheiten über Erwarten getragen haben, soll als der letzte doch nicht der geringste sein. Ich hatte in der Chroniksache eine Arbeit begonnen, wozu mir fast alles fehlte, vor allem das höchste irdische Gut der Menschen. Wie oft war der Himmel meiner Hoffnungen mit dunklen Wolken überzogen, sodaß es schien, als müsse nun alle weitere Arbeit ruhen, doch immer wieder erfuhr ich Durchhilfe, immer kamen nach langen Pausen wieder günstigere Zeiten, die mir vergönnten, sie wieder ein wenig zu fördern. Noch sind große Lücken auszufüllen, anderes harrt einer Umarbeitung, und die bange Frage steht wieder auf: wie solls noch zu halbwegs befriedigendem Ende geführt werden? Aber ich wills mit Jean Paul halten: "Hinter dir siehst du nichts als Vorsehung, warum nicht auch vor dir?" Meine Erfahrung möge das Vertrauen zur ewigen Weisheit und Güte nähren, daß sie weiter über diesem Buche wacht und Freudigkeit und Kraft zu seiner Weiterführung gibt.
- Aus den schon genügend berührten Gründen darf der Leser keinen hohen Maßstab an die Chronikarbeit anlegen. Wer da weiß, wie beschwerlich sie war, wird auch Nachsicht üben. Alles Menschenwerk bleibt Stückwerk. Und wenn es die Tragik (das Schwere, Traurigstimmende) der Großen der Menschheit gewesen ist, vom unvollendeten Werk zu scheiden, so müssen wir Kleinen uns erst recht damit zufrieden geben, daß es so Menschenlos ist. Nur eins fordert Gott von uns allen: den aufs Gute, auf den Fortschritt der Weisheit gerichteten Willen und - Treue! Dann darf unser Werk auch unvollkommen sein.

Die Sorge für die sichere Aufbewahrung (Kassenschrank des Rathauses), die schonende Behandlung und die Weiterführung der Chronik sei dem jeweiligen Bürgermeister ans Herz gelegt. Das Buch darf nur solchen Personen überlassen werden, die ernstes Interesse für seinen Inhalt haben, zur Befriedigung oberflächlicher Neugierde ist es nicht geschaffen worden. Was so mühevoll zustande gekommen ist und nur einmal vorhanden ist, hat einen besonderen Anspruch darauf, pfleglich behandelt zu werden. Es müssen Wege gefunden werden, das Buch soviel wie möglich entbehrlich zu machen und doch sein Inhalt ins Volk zu bringen. (Vielleicht Anlegung eines 2. Buches, das das Wichtigste aufnimmt, Sammlung des bereits Gedruckten, die Schule wird sich ein besonderes Buch für die Heimatgeschichtlichen Stoffe, einen Auszug aus diesem, schaffen müssen). Nach 300 Jahren muß diese Chronik noch so gut erhalten sein wie die Bücher des Pfarrhauses und die Akten im Staatsarchiv. Solche Bücher sind notwendig für die Führer des Volkes, darum muß für ihre Erhaltung ernstlich gesorgt werden. Kaum ein anders Dorf wird heute schon ein so umfangreiches Buch dieser Art besitzen, Grund genug für unser Dorf, auf sein Volksbuch, die Ortschronik stolz zu sein und es wie einen Schatz zu hüten.

Wer soll die Chronik weiter führen? Wer dazu den Beruf in sich fühlt. In erster Linie käme ja dafür der Bürgermeister in Frage, Aber wenn's ihm nicht liegt, oder er glaubt, keine Zeit dafür zu haben, wird er gerne wohl bereit sein, es einem andern zu überlassen. Und sollte vielleicht jahrzehntelang nichts eingetragen worden sein - es wacht ja kein Vorgesetzter darüber, und man muß mit den menschlichen Schwächen rechnen -, so kann später ein Rückblick die wichtigsten Geschehnisse zusammenfassen, und die Lücke ist überbrückt. - Hoffen wir, daß unsere Chronik über eine glückliche Weiterentwicklung unseres Dorfes berichten kann.

Breitscheid, den 27. November 1931             Reinhold Kuhlmann

Nachbemerkung. Der Geschichtsschreiber soll die Geschichte selbst reden lassen, die Tatsachen wahrheitsgemäß darstellen und von einer persönlichen Stellungnahme zu den einzelnen Fragen Abstand nehmen. Es ist mein Bestreben

seite-I - seite-III

von Kornelia Pelz übersetzt

 

zu den Seiten: Übersicht
I II III IV 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47a 47b 47c 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191a 191b 192a 192b 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 206 207 208 209 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 264 265 266 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 359 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 423 424 425 430
Inhaltsverzeichnis

zurück zur Chronik

 

home | blog alt-breitscheid
hausnamen || liste | karte | ansichten | flurnamen | familien |
geschichte || Geschichtstafel | chronik | karte | kriege | friedenszeit | ereignisse |
schulen || kirchweg | lick | neue schule | klassenfotos |
kirchen || evangel. | konfirmandenfotos | freie evangel. | katholische | pfarrer | kirchgeschichte | feg-entstehung | posaunen | kirchhof |
arbeit || rathaus | landwirtsch. | töpferei | haus | ton-ind. | post | a-dienst | bahn | verkehr | stein | wald | wirtschaften | arzt |
fritz philippi || fortsetzungsgeschichte | buch | über ihn | gedichte |
freie-zeit || vereine | feste | gedichte | spazieren | sport | feuerwehr | musik | hochzeiten
kinder || vor der schulzeit |
 
höhle >
kontakt
anfahrt >
gästebuch >
site map
impressum

powered by FreeFind

Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

Diese Seite "Alt-Breitscheid" wird von diesem Blog begleitet: http://altbreitscheid.wordpress.com/

Copyright 2008-10 G.Lingenberg.