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Die kleinen Steinkammern wurden im Jahre 1884 von dem Konservator Oberst a. D. von Cohausen durchforscht. Seine Funde sind im Wesentlichen dem Alters(Altertums)museum zu Wiesbaden einverleibt worden. Von Cohausen reiht sie in die La Tene - Zeit ein. (Die Jahrhunderte unmittelbar vor Christi Geburt) F)
Jedenfalls stammen die Funde aus vorrömischer, vorchristlicher Zeit. Von Cohausen berichtet in den Nassauischen Annalen Band 19 wie folgt darüber:
"... Ich habe den Raum vor der Höhle 1m tief und auf dem Felsen hinfahrend immer weniger tief ausgegraben, und gleich anfangs fast noch unter Tag 83 cm unter der Oberfläche zwei Gruppen menschlicher Gebeine nebst Beigaben gefunden, welche höchsten vier Individuen angehört haben können. Darunter befand sich kein Schädel, nur der Unterkiefer eines Kindes, drei Schulterblätter, ein Schlüsselbein, zwei Rippen, ein Lendenwirbel, eine Rippe, vier Oberarmknochen (Taf. I Fig. 7, nicht durchbohrt) mit abgenagten Köpfen, sechs Unterschenkelknochen (Fig. 8), drei Wadenbeine und eine Kniescheibe, zwei Armknochen (Ulna und Ratius) steckten in einem Bronze-Armring (Taf. II Fig. 1) und waren vielleicht nur zufällig mit einem flachen Steine bedeckt. Die Knochen und Beigaben nahmen einen Raum von 120 zu 70 cm ein, in welchem sie ordnungslos, als wären sie von einem Raubtier durchwühlt worden, lagen; links ein Bronze-Halsring (Wendering, Totenkranz Taf. I, Fig. 2) und der genannte Armring; rechts fünf Ohrringe (Taf. I Fig. 3 und 7) mit Bernstein und Glasperlen, ein eiserner Ring mit einigen (Kleingeräten) (Taf. II, Fig. 5 und 6), keine Waffen, kein Feuersteinmesser oder dergleichen. Die Topfscherben (Fig. 7), die sich auch sonst zerstreut in der Höhle und in dem nordwestlichem Ausgang fanden, haben bis auf eine, vielleicht auf der Töpferscheibe gemachte, den (Wallburghavackko) mit Fingerabdrücken, rauh, steinig, teils schwarz, teils rot gebrannt. Unter den Tierknochen war einer aus der Tibia des Rehes zu einem Pfeifchen bearbeitet (Taf. I, Fig. 9), wie wir deren ganz gleiche aus römischen Funden besitzen. Die Tierknochen sind mit Ausnahme eines Schädels und fünf anderer Knochen von einem Reh und drei vom Fuchs, alle vom Rind zerbrochen oder zerbissen, aber keiner gespalten, wie der Mensch es zu tun pflegt. Endlich fand sich noch im nordwestlichen Gang der Reißzahn des braunen Bären (Taf. I, Fig. 10). Eine Bearbeitung der Felsen mittelst eiserner Werkzeuge war nirgends zu entdecken, was jedoch nicht ausschließt, dass man der Arbeit von Nässe und Frost mit Steinklopfen nachgeholfen und Felsbrocken hinaus geschafft hat. Wir haben somit in dieser Höhle nicht nur eine Wohnung, sondern auch (mehrere) Gräber vor uns, welche, wie uns scheint, der der Römerzeit kurz vorhergegangenen La Tene-Periode einzureihen sind und gewissermaßen Hügelgräbern entsprechen. Hügelgräber aber fehlen den Landesteilen auf der rechten Lahnseite fast gänzlich, während sie auf der linken überaus häufig sind. Mit den Steedener Höhlen haben die Steinkammern nichts gemein. Statt des dortigen gewaltigen Höhlenbären hat sie den kleinen braunen Bären und überhaupt die Tierwelt der Gegenwart."
F: und der Katalog des Wiesbadener Museums weise sie der unmittelbar vorausgehenden jüngeren Hallstettzeit (also um 500 vor Chr.) zu.
Die nebenstehende Zeichnung Tafel I und II, eine Kopie der Zeichnung des Julius Niedner - Wiesbaden in Band XIX der Annalen, hat in liebenswürdiger Weise unser Techniker Ernst Thielmann (Bruder des vormaligen Bürgermeisters Ferdinand Thielmann) angefertigt; sein Sohn, der Ober...kund... Alfred Thielmann, war so freundlich, diese Textseite dazu aus m. Heimatbuch abzuschreiben. In diesem Heimatbuche findet sich noch einiges Weitere über die Steinkammern.
seite-5 - seite-7
von Kornelia Pelz übersetzt
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