1397, Juli 16. Schenkung an die Kirche.
Nach dem Tode des Hermann von (Nieder-) Erdbach vermachen der Schwiegersohn desselben, Concze von Lynden, und dessen eheliche Hausfrau Katharine, Bürger von Wetzlar, der Pfarrkirche zu Herborn, und damit auch der Kapelle zu Breitscheid zu ihrem Anteil, zu einem Seelgeräth oder Seelgerette, ** (die in eine Stiftung zum Heil der Seelen Verstorbener) zur Rettung der Seelen der verstorbenen Schwiegereltern, beziehungsweise Eltern, all ihr Eigen, Erbe und Recht in der Herborner Mark, darunter auch drei Grundstücke zu Breitscheid.
"Kund sey (sei), daz ich Concze von Lynden unde Katheryne myne elyche husfrauwe, burgere zu Wetzflar zu eynen ewygen selegerede offgelassen unde gegeben han der pfarre zu Herborn alles daz eygen, erbe unde recht in Herbern marcke gelegen ist, da wir recht zu han unde myt namen zwey stücke landes vor Sungelberge, eyn stücke vor gulten gruben, eyn stucke by dem burne; item die roddere geyn (gegen) Schonbach; item den acker hinder dem hube unde den hob in nyddern Ertpach, der myn Katherynen vadir waz; item eyn stucke zu hoen reyne (hohen Rain), item den strych, da man geet geyn Medenbach; item eyn wese vor Benchens holcze (*): item eyne vor dem dore; item eynen garten da nydderwendyg gelegen; item dry stucke zu Breytscheyt gelegen, die Bruster had. Daz alles unser ist unde myr Katherinen vorgenant von Hirman von Erpbach, Schonenbechere unde Eme lude syner elychen husfrauwen, mynen lyben fader unde mudir, den got gnade, zu rechtlychen erbe off erstorben ist.
Dez (zu) merer sycherheyde dysser dinge so han wyr die ersamen Herman Holtz heymern unde Hartman Snauhard, scheffene zu Wetzflar, gebeden, daz sy ire ingesigele an dyssen bryff gehangen hant.
Datum in crastino divisionis apastolorum, anno domini m° CCC° XC° septimo"
(Original Pergament im Staatsarchiv zu Wiesbaden;
gedruckt in Wyss, Urkundenbuch III S. 225)
Siehe auf S. 50!
*) Bemchens Holz ist das Wäldchen südlich von der Neumühle. Bei der Neumühle hatte die Pfarrei bis auf die neueste Zeit eine Wiese. (die Pfarrei Breitscheid)
**) Im Seelbuch des Geschlechts von Langenau heißt es: ".... aber die Seelen sind in einer Pein des Fegfeuers, dass ihnen der allmächtige Gott ihre Pein wolle kürzen und (sie) daraus nehmen und ihnen geben ewige Rast und ewige Ruhe."
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von Kornelia Pelz übersetzt
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