1230 oder 1231. Erste urkundliche Erwähnung Breitscheids.
Diese geschah in der Schenkungsurkunde des Grafen Heinrich von Nassau: Heinrich der Reiche schenkt darin dem deutschen Orden zum Besten des Hospitals zu Jerusalem Gefälle (Abgaben) in 13 freien Dörfern. Darunter befindet sich auch Breitscheid. Die Urkunde ist in lateinischer Sprache abgefasst und beginnt, "H. dei gracia comes Nassovensis universis Cristifidelibus salutem in omnium salute"pp *)
Die Stelle; welche Breitscheid betrifft, lautet: "-(item Vinstrindale, tres marcas et dimidiam ejusdem monete, ad omne jus); item superior Trefe et Vrefe inferior, Totsheim, Bredinscheit et Erdinebach, solventes tres marcas ipsius monete, ad omne jus; ....". Die Dörfer Dotzheim, Ober- und Niederauroff, Breitscheid und Erdbach zinsen also zusammen drei Mark kölnischer Währung jährlich.
(Original Pergament im Staatsarchiv Wiesbaden:
gedruckt Nassauische Annalen Bd. III, S. 89 und in
Wyß, Urkundenbuch I, S. 17.)
1231 schenkte derselbe Graf die Einkünfte der Herborner Kirche der Ballei Hessen des deutschen Ordens. So leistete nun Breitscheid zweifach Abgaben an den deutschen Orden: als weltliche Gemeinde und als Glied der Herborner Kirche.
Über die ersten Jahrhunderte des Bestehens der Kirche zu Herborn weiß man nichts Genaues. Man zählt sie wie die Kirche zu Haiger zu den ältesten Kirchen Nassaus und vermutet, dass sie im 8. oder 9. Jahrhundert von einem deutschen König für die Herborner Mark, welche Königsland war gestiftet worden ist. So umfasste ihr Sprengel alle Ortschaften der Herborner Mark, und das Verhältnis derselben zur Kirche in Herborn war noch ein unmittelbares. Dem Pfarrer in Herborn standen Gehilfen zur Seite im Dienste des geistlichen Amtes auf den Dörfern (Spenden der Sterbesakramente pp), aber noch kein Dorf hatte einen eignen Geistlichen. Die Toten der Dorfgemeinden mussten bei der Kirche in Herborn begraben werden, und die Kinder zur Taufe in die Kirche zu Herborn gebracht werden.
*) Auf deutsch: Heinrich, vom Gottes Gnaden Graf von Nassau, entbietet allen Christergebenen Heil in aller Heil. Ihr in eurer Gesamtheit sollt hiermit erfahren, dass wir zur Ehre des allmächtigen Gottes und seiner ruhmreichen Gebärerin einige freie Dörfer nach freiem Ermessen übergeben haben zugleich auch für den Anteil unseres Bruders Robert mit allem Recht und mit allen ihren Frondiensten für immer dem Hospital der heiligen Jungfrau Maria und des deutschen Ordens zu Jerusalem, nämlich Frickhofen, Mühlbach, Thalheim und Hambach, welche jährlich als Zins 11 ½ Mark und 8 Denare kölnischer Währung zahlen sollen zu allem Recht, ferner Finsternthal 3 ½ Mark desselben Geldes zu allem Recht; u.s.w.
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von Kornelia Pelz übersetzt
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