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Haus Nr. 94 - Fesch Dicker, Thielmann (Kohle Paul)

Haus Nr. 94 Fesch

v.l.n.r.: Paul-Arthur Thielmann *1907 - Ferdinand Adolf Thielmann *1872 - Emil-Edmund Thielmann *1905 -
Frieda Thielmann *1901 - Ernst Thielmann *1908 - Heinrich August Georg *1848 - Im Fenster: Anna-Maria *1878
Foto etwa von 1911

Übersetzung der Seite 319 der Ortschronik Breitscheid

Am 6. Januar (1934) starb unser Altbürgermeister Ferdinand Adolf Thielmann. Er nahm teil an der gemütlichen Zusammenkunft des Breitscheider Sanitätsvereins. Aber in seiner Eigenschaft als Ehrenvorsitzender hielt er eine kurze Ansprache. Er sagte, dass es für ihn leider bei seinem Fortgeschrittenen Leiden nicht möglich sei, sich der Sache des Sanitätsvereins so zu widmen, wie er es gerne möchte. Und der Mensch müsse einmal abtreten von dem ihm liebgewordenen. Es hieße in der Bibel: "Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben." Damit müssen wir uns alle abfinden.

Danach unterhielt er sich noch etwa 10 Minuten mit den Tischnachbarn. Dann wurde Dr. Kollmeyer aus dem Saal zu einem Kranken gerufen, nichtahnend, dass er hier einen Schwerkranken zurückließ. Darauf ging auch Thielmann hinaus.

Bald darauf fanden ihn Vorübergehende bewusstlos auf der Treppe. Man trug ihn nach unten in Schumanns Wohnung und bette ihn auf ein Sofa, wo er bald einen Herzschlag erlitt. Er hatte sich in diesen Tagen noch eine Einspritzung geben lassen gegen sein Asthma. Wie alle diese Gifte schließlich ihre Wirkung versagen, so auch hier. Dazu mag das seit Monaten schon gebrauchte Mittel das Herz noch weiter ruiniert haben. Und so führt die kleine Aufregung bei der Ansprache zum Ende. Das gute Wetter bei dem Begräbnis hatte eine zahlreiche Beteiligung zur Folge, besonderes gaben viele Sanitäter dem Verstorbenen das Geleit.

Sich der Krankenpflege zu betätigen, lag dem F.A. Thielmann im Blute. Es war ein Erbteil seines Vaters, der in der Zeit als noch kein Arzt hier war viel Gutes durch Verabreichung homöopathischer Mittel an den Kranken tat. Hatte ein Kind belegte Mandeln, so wurde Bechtums August gerufen, der ihm dann den Hals bepinslte, alles umsonst. So erinnere ich mich noch an die 1880 er Jahre. Kein Wunder, dass es auch Ferdinand im Kriege zum Sanitätsdienst hinzog, wozu er sich freiwillig meldete. er war in Russland und Frankreich und erhielt die Rote Kreuz Medaille. Auf seine Anregung wurde die hiesige Sanitätskolonne gegründet. Sie bestand bei der Gründung aus 35 Mitgliedern. Die Zahl ging in den folgenden Jahren auf 8 zurück. Diese 8 Mitglieder erhielten bei der jetzigen Feier die Auszeichnung für 10 jährige verdienstvolle Tätigkeit. Heute zählt der Sanitätsverein wieder rund 90 Mitglieder. Ende Januar ging eine Nachricht durchs Dorf, Dr. Kollmeyer sei zum 1. Februar nach Driedorf versetzt, nach der Heimat seiner Frau. Heute Abend, dem 5. Februar, Abschiedsfest im Schumanns. "Im schönsten Wiesengrunde" klingts herüber. Dr. Kollmeyer hat manchem unsren Kranken das Honorar erlassen, was ich gerne hier begrüße. Er hatte eine reiche Fabrikantentochter zur Frau und war kinderlos. Zudem ist auch das Arzthonorar im Vergleich zur Zeit vor 25 Jahren ungewöhnlich hoch. Die Stelle erhielt der junge Dr. Karl Seibel, gebürtig von Schönbach.

Anmerkung:
Dieser Bericht aus der Breitscheider Ortschronik wurde vom damaligen Chronisten Reinhold Kuhlmann geschrieben und von Ulrich Thielmann übersetzt.

 

 

 

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