Mühlen 1

Die Breitscheider Mühlen (1)

Ernst Henn schrieb den nachfolgenden Artikel für die „Heimatblätter zur Pflege und Förderung des Heimatgedankens“ und es erfolgte eine Veröffentlichung durch die „Dill-Zeitung“ im Oktober 1964. Als Quellen gab er an: Die Ortschronik von Breitscheid (R. Kuhlmann), Heimatblätter 1961 nach H. Hain, Staatsarchiv Wiesbaden (Türkensteuer-Schatzung 1583), Pfarrarchiv Breitscheid.
Er schreibt:

Nach 65jährigem Bestehen als genossenschaftliches Unternehmen ist die Breitscheider Mühle, nachdem der Mahlbetrieb wegen Unrentablität eingestellt wurde, in diesem Jahr in Privatbesitz übergegangen. Grundstück und Gebäude werden künftig anderen Zwecken dienen.

Die stillgelegte Mühle war – soweit wir unterrichtet sind – die dritte auf Breitscheider Boden. Von den beiden früheren Mühlen, die noch auf Wasserkraft angewiesen waren, stand die erste am Erdbach und die zweite am Aubach.

Die älteste Mühle wird 1431 zum erstenmal erwähnt. In diesem Jahr wurde das Dorf Breitscheid von Untertanen des Grafen von KatzeneInbogen aus dem Amt Driedorf überfallen und verbrannt. Dabei wurde auch die Mühle zerschlagen und die Mahleinrichtung durch Mitnahme der Eisen zerstört. Im Jahre 1451 wird die Mühle wieder genannt. Inhaber war der Müller Pyffer (= Pfeiffer), der als Mühlenzins jährlich 1 Malter Korn an den Grafen von Nassau-Dillenburg zu liefern hatte. Aber schon 1476 stand die Mühle still oder war nicht mehr vorhanden. Die Ursache ist nicht bekannt. Arbeitsmangel kann nicht der Grund gewesen sein, da Breitscheid auch damals schon zu den größten Dörfern des Amtes Herborn zählte und eine Mühle ebenso gut beschäftigen konnte wie die kleineren Nachbarorte, die eigene Mühlen (Erdbach später sogar zwei) hatten. Wahrscheinlich war die Wassermenge des Erdbachs auf seinem kurzen Lauf zwischen dem Quellgebiet unter dem Buchlindenrain und dem Kleingrubenloch, wo er in der Erde versinkt, für den Betrieb einer Mühle zu unregelmäßig und gering.

Die Lage der ältesten Mühle muss unterhalb des jetzigen Mühlengrundstücks (damals außerhalb des Dorfes) angenommen werden. Der Mühlgraben war entweder an der Stelle des Wiesenpfades oder etwas näher am Erdbach. Genauere Feststellungen werden kaum noch möglich sein, weil in den fast 500 Jahren durch mancherlei Veränderungen (auch durch die Ausdehnung der Verbauung in diesem Raum) die Spuren verwischt worden sind. Dass Mühle und Mühlgraben auf der rechten Seite des Erdbachs lagen, wird bestätigt durch den Flurnamen „Im Faulfeld vff der Mühle“. In alten Grundstücksverzeichnissen der Pfarrei Breitscheid wird ein Acker in seiner Lage so beschrieben. „Faulfeld“ heißt heute noch die Ackerflur zwischen dem Erdbacher und dem Schönbacher Weg. „Auf der Mühle“ bedeutet „über der Mühle“ und bezeichnete den zum Schönbacher Weg hin ansteigenden      >

Aus der Heimatgeschichte 1995, bearbeitet von Manfred Thielmann, Erdbach

 

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