Heimatbuch-20

Wege

(Wird ganz geändert)

Unsere Rheinstraße.

Sie ist eine alte Straße, aber in welchem Zeitalter sie angelegt wurde, wissen wir nicht. Da sie in ihren nördlichen teile (zwischen Donsbach und Langenaubach) auf der Grenze zwischen dem alten Haigergau und der Herborner Mark hinzieht, so können wir vermuten, daß sie schon zur Zeit der alten Gauverfassung, also in der 2ten Hälfte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung, bestand; denn unsere Altvorderen ließen solche Straßen gerne den Grenzen entlang laufen. Die Rheinstraße ging von Dillenburg aus (von der Marbach dort) und führte an den Rhein, daher der Name. Den genauen Verlauf der Straße in ihrem nördlichen Teile, (wie überhaupt eine Beschreibung der Straße) hat Nies im „Schauinsland“ ()1919) angegeben. Sie führt an der Stangenwage oberhalb Donsbachs vorbei, stößt auf der „Sang“ in den Haigererweg, den sie wieder an unserem Reppernerweg verläßt, geht dann als unsere Rheinstraße durch unsern Wald, kreuzt dann auf der Hube den Rabenscheider Pfad, durchschneidet schräg unsere oberste Schutzhecke und führt dann hinauf an die Ostseite des Barsteins, wo sie den höchsten Punkt auf dem Westerwald erreicht; dann führt sie am Heisterberger Weiher vorbei, kreuzt die Brabant-Leipzigerstraße und grüßt dann Mademühlen als erstes Dorf auf ihrem Laufe; nun geht sie durch die Gegend des Knotens, dann hinab und nun weiter zum Rhein nach Koblenz.
Soviel über ihren Lauf. Was ihre Bedeutung anbelangt, so war sie ja keine große durchgehende Handelsstraße wie z.B. die Brabant-Leipziger, aber für das Dillenburger Land, bildete sie doch die kürzeste Verbindung zum Rhein, für Dillenburg insbesondere auch den Weg zum Westerwald, die Hauptverkehrsader der nasau-oranischen Lande, (Dillenburg-Diez) und später in den herzoglich nassauischen Zeiten den direkten Weg für die Boten von Dillenburg nach Biebrich.
„Diese Straße ritten wohl die alten triebhaften Grafen mit ihrem Lehnsgefolge; wenn sie mit den Rittern am südlichen Abhang des Westerwaldes und an der Lahn in Fehde lagen oder ihren dortigen Vattern Hilfe bringen wollten; hier jagten sie auf schnellen Rossen die Kuriere um den Höfen und Städten am Rhein und der Lahn Botschaft zu bringen. Auf ihr zogen die Dillenburger Grafen nach dem Westerwald, um dort nach dem Rechten zu sehen oder als die Schutz- und Oberherren des Westerwaldes der Hegung des Gerichts der fernen Bauern beizuwohnen. Diesen Weg nahmen auch die oranischen Prinzen und ihre Unterfeldherren, um die wahrhaften Westerwälder Bauernsöhne zum Kampfe für die niederländische Freiheit zu werben; aber diesen Wege eilten auch die Westerwälder, wenn sie sich im 30jährigen Krieg um die Fahnen der nassauischen Regimenter scharten, die der Graf Ludwig Henrich ins Feld stellte. Wohl schweren Herzens, aber trotzigen Mutes zog auch der Westerwälder Landesausschuß diesen Weg; wenn der Feind die Landesgrenze bedrohte und der Graf seinen Landsturm aufbot; hier fuhren die Lastwagen, welche die vielfachen Naturallieferungen aus den Zehntscheuern der gräflichen später fürstlichen Hofverwaltung zuführten, hier rollten auch die Frohn- und Weinfuhren die dem gräflichen Hofkelleramte das edle Naß lieferten… Auf diesen Spuren wandelte wohl auch der gräfliche „Eierläufer“ wenn er im Auftrag der Hofhaltung seines mühevollen Amtes waltete; ihn zogen die Elsoffer Bauern z. B. im Jahre 1466 wenn sie ihre reiche Schlehenernte an den Dillenburger Hof ablieferten, wo man dieselben zur Herstellung des beliebten Schlehenweines begehrte. Aber hier wälzte sich auch in stürmischer Kriegszeit eine zügellose Soldateska mit unzähligem Troß, zogen die Marodure und ihre Spießgesellen, um die umliegenden Dörfer zu brandschatzen. (Nies) So mag in manchen Zeiten diese alte Höhenstraße ein mannigfaltig bunt belebtes Bild dargeboten haben; ja, sie mag auch Wegelagerern und Raubrittern ein Beutefeld gewesen sein in den dunklen Zeiten des Mittelalters, als solches Gesindel die Straßen unsicher machte und die großen Handelsstädte, wie Köln und Frankfurt, sich genötigt sahen, zum Schutze ihrer reisenden Kaufleute in Driedorf Wehrtürme zu errichten. – Dräges vermutet, daß Wilhelm der Verschwiegene Ende Juni 1572 auf der Rheinstraße seine letzte Fahrt von Dillenburg nach den Niederlanden gemacht habe, weil von ihm am 12. Juli desselben Jahres ein Brief von Altenkirchen aus geschrieben worden ist.
Über den allmählichen Abgang der Rheinstraße bin ich nicht recht unterrichtet. Der 1808 geborene Johannes Thielmann hat seinem Sohne Rudolf (dem blinden) erzählt, daß er in seiner Jugend noch das Posthorn gehört habe, wenn die Post über die Rheinstraße nach Koblenz gefahren sei. Nach „Koblenz“. Dräges vermutet, daß der sogenannte „kurpfälsische Postwagen“ der von Frankfurt seit 1704 nach Düsseldorf ging, die Rheinstraße befahren habe zwischen Dillenburg und Altenkirchen. Himmelreich läßt aber diese Poststraße von Wetzlar aus über Driedorf auf die Hohe Straße gehen nach Hachenburg zu, also nicht über Dillenburg. Und nach dem Bericht der Herborner Geschichtsblätter über den Postraub bei Kölschhausen, der an dem kurpfälsischen Postwagen 1765 verübt wurde, läuft der Wagen über Dillenburg, Siegen nach Düsseldorf. Demnach ist die Sache nicht ganz klar über den Verlauf der Poststraße in unserer Gegend. Seit den Napoleanischen Kriegen wird die Rheinstraße wohl schon als Verkehrsstraße in der Hauptsache in Abgang gekommen sein. Vereinzelt wurde sie in den 1850er Jahren noch benutzt, so z.B. von den Hitschelern. Der alte Bürgermeister Georg, geboren 1879, erzählt mir, daß sie als Schuljungen den Hitschelern auf der Rheinstraße zugerufen hätten: „Hitscheler, die Gaul is scheel, verkauf mer doch wingk Scheelermehl.“ (Die Hitscheler als Händler brachten nämlich feines Weizenmehl hierher) Zu nassauischen Zeiten, um 1860, ging auch der Kammerbote Weber von Dillenburg wöchentlich noch zweimal den Weg nach Biebrich über die Rheinstraße. Endgültig in neue Bahnen gelenkt wurde der Verkehr über den Westerwald durch den Bau der Eisenbahnen, hauptsächlich der Deutz-Gießener Bahn, welche 1862 eröffnet wurde.
Nun ist’s einsam geworden, um die Rheinstraße. Ihre Wasserablaufsgräben verflachen sich immer mehr und es wird die Zeit kommen, wo ihre Spur verwischt ist; doch lebt ihr Name in dem Teile, der durch unsern Wald läuft, fort bei uns. Wie ists auf unserer Rheinstraße jetzt so feierlich still! „Tief die Welt verworren schallt, oben einsam Rehe grasen“. Doch ab und zu sah sie auch wieder ein lebhafteres Bild, die tanzende Jungwelt Breitscheids bei frohen Liedern und Becherklang an schönen Sonntagnachmittagen. Auch dies ist dahin. Nichts ist beständig, nur der Wechsel. Mich erfaßts wie Heimweh nach unserer Rheinstraße, die ich früher so gedankenlos überschritt. Nur ein Stündchen möchte ich sitzen an ihrem Rande unter den sich sonst im Winde wiegenden Tannenzweigen und sinnen und sinnen!

Einwohnerverzeichnis ab 1532

Breitschidt. 1.

  • Schmidts Henchin 1 Gulden 14 Albus
  • Der jung Claß 19 Albus
  • Lenges ?chen 20 Albus
  • Kremers Jost 1 Gulden 20 Albus
  • Cleß Hannes 23 Albus
  • Aberts Johann 1 Gulden 2 Albus
  • Pfaffen Jost 20 Albus
  • Habeln Jorg 1 Gulden 14 Albus
  • Krein Hen 1 Gulden 20 Albus
  • Schmidts Debus 1 Gulden 2 Albus
  • Contzel Henchin 1 Gulden 14 Albus
  • Loers Hin (Hen) 7 Albus
  • Reinhart 1 Gulden 18 Albus
  • Agnes Claß 19 Albus
  • Eberts Greth 1 Gulden 2 Albus
  • Hannes Jakob 1 Gulden 1 Albus
  • Endris Geil 20 Albus
  • Groten Peter 1 Gulden 17 Albus
  • Jung Cleß 1 Gulden 5 Albus
  • Reifen Gerlach 1 Gulden 2 Albus
  • Cuntzel Hannes 1 Gulden 1 Albus
  • Jung Hen 20 Albus
  • Wirst (oder) Wust Hans 1 Gulden 5 Albus
  • Claren Peter 1 Gulden 3 Albus
  • Johans Elsgin 20 Albus
  • Lemgats Henchin 22 Albus
  • Peter Scheer 1 Gulden 6 Albus
  • Peter Roß Debus 1 Gulden 5 Albus
  • Velten Conrad 1 Gulden 17 Albus
  • Frasin Claß 1 Gulden 17 Albus
  • Lomgats Hintzgin 17 Albus
  • Bachen Endris 1 Gulden 17 Albus
  • Baumanns Elsgin 23 Albus
  • Jorrg Donges 23 Albus
  • Geiln Christian 1 Gulden 23 Albus
  • Hannes Hen 1 Gulden 1 Albus
  • Kremer Henchin 23 Albus
  • Weigel 17 Albus

(Nach einer Abschrift, die uns Herr Dr. Frito Groos, Darmstadt, freundlich überließ).

Schatzung dießseith der Kalteichen 1566
Ampt Herborn
Breidschitt.

  • Scheffers 3 fl. 6 alb. 6 pf. Johans Hans 1fl. 6 alb. 6 pf.
  • Colben Clase 6 fl. Vormunder Scholn Thomas kinder
  • Schol Weigel 3 fl.6 alb. Kolben Cleß und Schmidts Ebert 2 fl.
  • Banden Peters Clos 2 ½ fl. Reiffen Bastgen, ein ledig knecht 21 alb.
  • Schidts Anna 4 ½ fl. Huben Endres Jost 2 fl. 10 alb.
  • und Josepf ir son 6 alb. 6 pf. Gerharts Cuntzgin 23 alb.
  • Langes Christ (?) 3 fl. 6 alb. 6 pf. Heiln Jost 3 fl. 7 ½ alb.
  • Webers Jost 2 fl. Thebes, obgen. Josten bruder 1 fl.
  • Jungen Christ 2 ½ fl. Geile Christgen, ein ledig knecht 16 alb.
  • Barbara, Kremers Jost 5 fl. Vormunder Plan (?) Hansen Kinder, Geilen
  • und Theis ir son Jost, Hayn Johan 6 alb. 6 pf.
  • Eberts Johan 5 fl. Könen Enders 1 ½ fl.
  • sein knecht Nirles 3 batzen 5 alb. 2 pf. Fesch hanchen 1 fl. 3 ½ alb.
  • hen, der ander knecht 2 batzen 4 alb.3pf. Kuntzen hans Cleß 4 fl.
  • Krain, die magd 2 batzen ist 3 ½ alb. Thebes Jacob 2 ½ fl.
  • Schmidts Stoffel 13 ½ alb. Kolben Heinrich 3 fl. 6 alb. 6 pf.
  • Hermans Jost 4 fl. Gela, Graß Hen witwe 2 fl.
  • Vormunder Scholn Thomas son Krein Hen Weigel vor sich sein zwei
  • Heinmans Jost, Scholen Jost 3 ½ alb. geschwister samentlich 1 fl.
  • Sonschen Christ, ein hirdt 6 alb. 6 pf. Weigeln von wegen seiner schafferei ½ fl.
  • Thebes Jost 1 fl. 21 alb. Hans Jacob Hanchen genannt Klein Hen 3 fl. 5 alb.
  • Schmids Ebert 3 fl. Niclas, Barben Thebes son 2 fl. 5 alb.
  • Reinhards Henchen 5 fl. 22 alb. Benden Els, eine witwe 1 fl. 20 alb.
  • Gela, Jacobs Josten witwe 13 ½ alb. Thebes Cleß 2 ½ fl.
  • Hans Jacobs Henchin 3 fl. 6 alb. 6 pf. Vormunder der Beulen Jost Kinder,
  • genannt Groß Hen Thebes Cleß, Wusten Christ
  • Jacobs Hans, ledig knecht 1 fl. 6 alb. 6 pf. Sonchins Thonges 3 fl.
  • Jungen Clasen Jost 2 fl. 6 alb. 6 pf. Sonchins Hen 13 ½ alb.
  • Anna, Thebes Josten witwe 13 ½ alb. Hans hen 4 ½ fl.
  • Otilia, Galechs Christen witwe 1 fl. Sonchins Thonges 3 fl.
  • Gerdrauth Jung hen tochter 13 ½ alb. Gela, Benden Heinrichs witwe 3 fl. 6 alb. 6 pf.
  • Elsa, Berkerchen witwe 13 ½ alb. Cuntzeln Christ 4 fl.
  • Hans Sprenger 1 fl. 6 alb. 6 pf. Kreinchen, Jorgen Claßen dochter 21 alb.
  • Vormunder Kolben Christen Kinder Wüsten Cleß Heimberger und
  • Heimans Jost u. Johannes Heintz 2 fl. 5 alb. Christ sein bruder 5 ½ fl.
  • Schmidts Heintz 2 ½ fl. Gemein von Breidtschitt von
  • Hansen Heintz 3 fl. Irem Gewelde (Wald) 3 fl.
  • Reitzen Adams Veltin 1 fl.
  • Vormunder Reitzen Adams
  • Dochter Grethen 1 fl.16 alb.
  • Schmidts Adam 3 fl. 13 ½ alb.


(Auch nach einer Abschrift des Herrn Dr. Groos, Darmstadt)

Die erste Kartoffel

Die erste Kartoffel in unserer Gegend hatte nach Vogel der Professor der Argenikunde in Herborn Joh. Matthäus, der sie um 1615 als Zierpflanze hielt. Er stellte sie in einen großen Blumentopf vor das Fenster. Eine Herborner Braut soll die Kartoffelblüte im Brautkranz bei der Trauung getragen haben. Noch während des ganzen 30jährigen Krieges war die Kartoffel eine sehr seltene Speise, die nur auf dem Tisch der Adligen zu finden war. Erst um das Jahr 1730 pflanzten die Bauern des Westerwaldes die Kartoffel in ihren Gärten und aßen sie nur Sonntags. Nur ganz allmählich vermehrte sich der Kartoffelbau.
Als in den sehr nassen Jahren 1771/72 die Getreideernte fast ganz mißriet, pflanzte man in der Folgezeit mehr Kartoffeln. Auch Missernten in den Kartoffeln blieben nicht aus, und allmählich hat der Bauer das richtige Verhältnis zwischen Getreide- und Kartoffelanbau herausgefunden, sodaß er nicht das eine auf Kosten des andern zu sehr bevorzugt. Jetzt im Weltkrieg haben wir es der Kartoffel, gegen deren Anbau und Einführung man sich anfangs so sehr gesträubt hatte, zu verdanden, daß wir doch einigermaßen haben durchhalten können. Die auf dem Breitscheider Boden gewachsenen Kartoffeln haben einen besonders guten Geschmack. Der Frankfurter, der einmal Breitscheider Kartoffeln bezogen hat, zieht sie stets, trotz der höheren Fracht, den in der Maingegend gezogenen vor.

Die Bezeichnung „Morgen“ für 100 Ruten soll daher rühren: es sei ein Stück Land so groß, wie man an einem Morgen mit einem Joch Ochsen umackern könne. – Bei unserm Boden ackert man aber keine 100 Ruten an einem Morgen.

Das Einkommen des Jahres zu Breitscheid in 1811.

  • a) 2 Mesten Korn von jedem Haus, zusammen 126 Mesten = 94,12 Gulden, Albus
  • b) 2 Mesten Hafer von jedem Haus zusammen 126 Mesten = 18,oo
  • c) Ackergeld: von jedem Paar Ochsen 15 Albus, von einem einzelnen Ochsen 7 Albus 4 Pfennig, Der Häcker 4 Albus und der Beisaß 2 Albus, in Breitscheid und in Medenbach auf Martini zu zahlen, zusammen 31,19
  • d) An Pachtgeld 137,10
  • e) 10 ½ Kasten Holz (7 von Breitscheid, 3 ½ von Medenbach) wird unentgeltlich in den Pfarrhof gefahren) = 80,00
  • f) N.B. Zu Medenbach fällt keine Frucht an, eigentlich zahlt die Gemeinde Capelle: 10 Rädgeld im 20 Guldenfuß = 8, 00
  • g) Sodann fällt nich 1 Thaler wegen unterbliebene Pferdfandung, von Michaelis bis Ostern, ein Schlachter im Oktober = 1,15
  • h) Wegen Willfährigkeit auf Karfreitag eine Predigt und Kommunion daselbst zu halten = 1.00
  • i) Accidenzien (Nebeneinnahmen) im jährlichen Durchschnitt = 10,00 , (Beim Abendmahl, das 6 mal geschieht, gibt in Breitscheid die Person, die jedesmahl zum Abendmahl geht, 2 Eier, tut sie das nur einmal, so sinds 2 Eier, … unterlässt sie es aber, so fällt auch nichts. In Medenbach gibt jedesmal das Haus 2 Eier; endlich fallen noch Pfarrzinsen zu Breitscheid = 24,00
  • j) Es bleiben noch 4 Äcker, in jedem Felde einen, dem Pfarrer zur Pflanzung des Kohls, Krautes, Flachses und der Kartoffeln übrig, … und eine Hauptwiese, die knapp 3 Kühe, vollen aber 2 erhält, ein Gemeingarten, das so genau nicht angegeben werden kann

Zusammen = 385,17

Im Jahre 1836 wurden 6 Obstbäume auf den Pfarracker am Erdbacher Weg gekauft und aus Gehlert im Amt Hachenburg bezogen.
Breitscheid, den 15. Januar 1811.
(Abschrift nicht wörtlich; Original: Pfarrarchiv A3)

Nach obiger Angabe über Fruchtlieferung hatte Breitscheid in 1811 63 Häuser. In 1818: 71 Häuser.
1818 wurde das Opfergeld, sowie die Spann- und Handdienste in Geldabgabe umgewandelt. (Siehe Tabelle in A3)

Viehschatzung Viehsteuer) vom Jahre 1447 in Breitscheid

Es war dies eine außerordentliche Viehsteuer. Von einem Pferd wurde 1 Gulden erhoben, von einer Kuh auch 1 Gulden, von einem Winterling (das ist Jungvieh das einen Winter überdauert hat) 3 Turnos, 1 Kalbin 6 Turnos, von Schaf, Ziege und Schwein je 1 Turnos. – Das nachstehende Verzeichnis enthält die Maischatzung und die Zahl des Viehes. Den zuerst genannten Bauer führe ich in der Urschrift an:

Item langen Henne 1 Pferd, 2 Kühe, 2 Winterlinge, 2 Ziegen, 1 Schwein, zusammen 3 Gulden 9 Turnus.
Von Interesse sind auch die Namen der Breitscheider. (1 Gulden = 12 Turnosen)

Nr. Name Pferd Kühe Winter-
Linge Schafe Ziegen Schwein Kalbin Gul-den. Tur-nos

  • 1 Langen Henne 1 2 2 – 2 1 – 3 9
  • 2 Romphenne frawe (Frau) 2 3 2 8 1 2 – 6 5
  • 3 Claiß Danielß Contzchins son 1 4 – 4 1 1 – 5 6
  • 4 Contzchin Brummerß weyff (Weib) 2 2 1 . 2 3
  • 5 Henne Brummerß son 2 4 1 12 4 2 1 8 3
  • 6 Henne Peterß son 1 2 1 3 3
  • 7 Brusterß Henne frawe 2 3 6 6 5 1 6 3
  • 8 Ringelnhenne Güede (Jutta) 1 3 2 4 2
  • 9 Huben Geel (Angela) 2 2 1 5 2 1 4 11
  • 10 Claeß smit (Schmied) 1 3 8 4 2 5 2
  • 11 Lutzenhenne 2 3 2 3 2 5 7
  • 12 Backhueser 2 6 7 2 2 8 11
  • 13 Urley 2 3 1 14 2 2 1 7 3
  • 14 Cleeßchin 2 6 25 3 10 4
  • 15 Langen Heyntz
  • 16 Paffen Henne wyff – –
  • 17 Elßchinß Henne 1 2 6 1 – 3 7
  • 18 Jagenerß wyff 1 2 1 6 2 1 4 –
  • 19 Enseln Henne 1 1 2 1 2 3
  • 20 Franck 2 3 6 2 5 8
  • 21 Claeß Henn Contze 2 4 3 4 2 6 9
  • 22 Gylen Henne 3 1 2 1 3 6
  • 23 Rompfenchen 1 2 1 1 3 2
  • 24 Rycheln Contzgen frawe 1 4 4 0 4 5 8
  • 25 Barthufer (durchgestrichen)
  • 26 Contzchen 1 2 3 3 3
  • 27 Elchenß Henn 1 3 6 2 4 8
  • 28 Menges
  • 29 Elchenß Heyntze 2 2 1 3 4 6
  • 30 Claiß Henne 2 3 1 12 4 2 6 9
  • 31 Claiß sin broeder vnd 1 3 2 1 4 8
  • 32 Abyt (Adelheid) sin moder 1 2 1 2 3 3
  • 33 Enseln Heyntze Gude 1 1
  • 34 Kontze Backhußerß 1 2 4 2 3 6
  • 35 Scheelhen Styneß Claßen 2 3 2 1 2 6
  • 36 Heynmann Scheffer Clayß Daniels Contzeinnß son
  • 37 Heyntz der snyde (Schneider) 1 1 38
  • 38 Weydebach deß pristers knecht
  • 39 Claeß Contzchenß Else


Mai 1447: 39 88 13 140 53 46 4 159 8
Herbst 1447: 39 91 17 152 56 45 7

Aus Altem Dillenburger Archiv (Abn) VI S. 2944 gütigst zusammengestellt und vermittelt von Herrn L. Görgel – Frankfurt.

Maybede In Herborn(er) mark(e) Anno 1457. Zu Breitscheid

ß = Schilling

  • 1. Gelen seynen eyden 1 ß
  • 2. Contze Backhusn 1 ß
  • 3. Langen Henne 2 ß
  • 4. Romphenne wyff 2 ß
  • 5. Clais wyff 1 ß
  • 6. Contze brommoß wyff 1 ß
  • 7. Henne Bromma 1 ß
  • 8. Hennen Peters soyne wyff 1 ß
  • 9. Brustas Hamens wyff 2 ß
  • 10. Rycheln Gude 2 ß
  • 11. Clais sneyt 2 ß
  • 12. alde Backhuser 1 ß
  • 13. Kontzel 1 ß
  • 14. Richeln Contzen wyff 2 ß
  • 15. Elßghins Henne 2 ß
  • 16. Francken Elßghin 2 ß
  • 17. Caißhennen Contzen wyff 3 ß
  • 18. Gilen Henne 1 ß
  • 19. Romphenchins wyff 1 ß
  • 20. Contzen henne wyff arm
  • 21. Elichinshennen kynde 1 ß
  • 22. Mengaß 1 ß
  • 23. Elichins Heyntze 2 ß
  • 24. Claißhenne 3 ß
  • 25. Else syns broders wyff 2 ß
  • 26. Peder Elheyden son 1 ß
  • 27. Gude Enseln 1 ß
  • 28. Heyntze snyder bylsteinß 1 ß
  • 29. Clais Hessenhennen son 3 ß
  • 30. Styne Lutperhennen wyff 2 ß
  • 31. Gudenheyntze 2 ß
  • 32. Paffhennen kynde 4 ß
  • 33. Faylhenne 2 ß
  • 34. Langenheyntzghyn 2 ß
  • 35. Clais Herman 1 ß
  • 36. Henne snydn Hoden son 1 ß
  • 37. Guden Gele 1 ß
  • 38. Fegun Clais 1 ß
  • 39. Gyln Elessichin 2 ß

= 62 Schilling = 7 Gulden, und 6 Schilling

1603: Die Hausfrucht belanget, so muße ein jeglicher Hausmann Järlich geben 2 mesten Korn und auch 2 mesten haffern (Fruchtlieferung an die Pfarrei)
Es waren:

  • Gorgen Hengen Scheren Theiß Paffen Wies (=Jerem. Ebersbach)
  • Sprengers Jost Paffen Philips (Pf.Ebersb.) Thonges Schmidt
  • Cremer Thonges (Antonius) Schmids Johannes Hirtz Hanneß
  • Wüsten Hengen Paffen Johann Crantz Cuntz
  • Aller Johan Fösch Debes (Tebies) Cuntzen hen Jacob
  • Johans Donsbach Der Lang Johan Johan Budenbender (Fassbinder)
  • Closen Friderich Adams Peter Conradt Schmid
  • Reyffen Bestgen Geren Conradt Schmids Juchem (Joachim)
  • Beckern Peter Thonges Klein Colben Cuntzgen
  • Jost Burger Elsen Cuntz Hans Kolb
  • Groffen Johan (Großhenn) Eberts Enders Schiffer Weihel (Schäfer)
  • Theysen Hanneß Deiß Wüsten Cloß Adams Cuntz der Heimberger

(36 Häuser)

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übersetzt von Kornelia Pelz

 

 

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