Grubenunglück 1936

Es ereignete sich in den späten Abendstunden des 27.12.1936 in der Braunkohlengrube, wo man mit dem Niederbringen eines Wetterschachtes beschäftigt war. Um die Arbeit zu beschleunigen, hatte die Mannheimer Baufirma einen Benzolmotor aufgestellt, der wohl nicht ganz in Ordnung war. Es entwickelten sich Kohlenoxydgase, unter deren Einwirkung drei Arbeiter, darunter ein Steiger, das Bewußtsein verloren. Einige Werksangehörige waren ohne Schutzvorrichtung in den Stollen gelaufen, brachen zusammen und erlitten in dem vergasten Schacht schwere Vergiftungen, andere mit Maskenapparaten ausgerüstete Angehörige der Westerwälder Tonindustrie versuchten, ihnen Hilfe zu bringen, was auch gelang. Wiederbelebungsversuche waren bei dem Schmied Willmacher aus Oberroßbach (Oberwesterwaldkreis) erfolglos; Die Leiche eines Arbeiters konnte geborgen werden. Die alarmierten Rettungstrupps der Grube „Königszug“ und aus Neunkirchen konnten alle Leichen herausholen.

Trauerfeier (30.7.1936)

Vor der Friedhofskapelle waren die Toten aufgebahrt; Hakenkreuzfahnen deckten ihre Särge; Berufskameraden hielten mit Fackeln und Bergmannslampen die Totenwacht. Zu Füßen der toten Kameraden legten die Vertreter der Partei, der Gliederungen, Behörden, Betriebsführer und Kameraden Kränze nieder mit dem Gelöbnis, stets ihrer zu gedenken und in Opfermut und Pflichterfüllung es ihnen gleichzutun. Es ist eine seltsame Trauerfeier. Für die am schwersten betroffene Betriebsgemeinschaft der Baufirma Grün u. Bilfinger – Mannheim sprach deren Wirtschaftsführer Direktor Koch, für die Tonindustrie Dr. Schick jun., für die deutsche Arbeitsfront Sturmführer Alhäuser, für die Reichsbetriebsgemeinschaft „Steine und Erden“ Dr. Klose – Berlin, für die Partei Kreisleiter Scheger und als Vertreter der Kirche Dekan Brandenburger. Beileidstelegramme gingen ein von Dr. Ley und Gauleiter Sprenger.

aus Ortschronik Band 2, S. 12, gl

 


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