Flurnamen (9)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (9)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

diesen zunächst an die Kirche zu Breitscheid gekommen sein (schon 1588 ?). Der Name „Pfaffenreyn“ tritt aber schon früher auf, lange bevor Medenbach nach Breitscheid eingepfarrt wurde. Die „Haine“ liegen nördlich von Pfaffenrain, rechts vom Haigererweg. Der untere Teil führt den Namen „Entenpoil“ d.h. Entenpfuhl oder Entenpfühle (1507: Entenpuel). Gegenüber den „Hainen“ nach Norden liegt der Waldteil „Reppern“, darunter die gleichnamigen Wiesen *). Westlich vom Reppener Weg bis nach der Gemeindewiese zieht sich das „Gewonneholz“; es soll in einem Prozeß gegen die Langenaubacher gewonnen worden sein. Der Name tritt schon im 16. Jhrhdt. auf. Überm Tiergarten westlich liegt der „Buchenlindenrain“ ( auf der Karte fälschlich „Buchlindenrain“ geschrieben). Nördlich vom Tiergarten und vom Hüttenweg bis an die Rheinstraße „Kunzeloch“; an dem Waldrand im Süden lag Kunzelochsweiher. Zwischen der Rheinstraße und dem breiten Viehtrieb (der in neuester Zeit auch bepflanzt wurde) liegen die „Buchheistern“. „Heister“ heißt „junge Buche“; Das Wort tritt auch in dem Namen „Heisterberg“ auf. Der Waldstreifen an der Hub nördlich der Rheinstraße heißt „Hub“. Derjenige an der Hirtenwiese bis an Dillmerfurt heißt „Heseln“, von den Haselnußbäumen (fälschlich auf der Karte „Hasseln“ geschrieben). Der Teil nördlich vom Viehtrieb, zwischen Gemeindewiese und Haseln, heißt „Hühnergestell“; hier hatte die Pfarrei früher 4 verschiedene Heckelchen, die zwischen 1641 und 1678 an die Gemeinde kamen. Nördlich vom Hühnergestell, die nördliche Abdachung, heißt auf der Karte „Kahleshain“, in der Volkssprache richtiger „Kohle“, d.h. „Kohlenhain“ wie ich schon bei dem Wiesennamen „Kohlen“ ausführte, von den Holzkohlen, die auf dem Wege des Köhlerns früher in ausgedehntem Maße im Walde hergestellt wurden. „Kahleshain“ würde von dem Familienname „Kahl“ abzuleiten sein, den es aber nie in Breitscheid, soweit es nachzuweisen ist, gegeben hat.

Leider darf nichts an den Namen geändert werden. Die Fehler eines früheren Schreibers erben sich von Geschlecht zu Geschlecht wie eine ewige Krankheit fort.

Erklärungen: Am gebrannten Berg; (wo es gewesen sein kann, weiß ich nicht) hatte die Pfarrei 1511 (im Ausenfeld ein Sadel). Nach Arnold gab es sogenannte Brandfelder. Man brannte an bequem gelegenen Stellen den Wald streckenweis nieder, baute ein paar Jahre Saatfrucht und ließ, sobald der Boden keinen Ertrag mehr gewährte, wieder den Wald wachsen. Man brannte auch nieder um Weideland zu bekommen. So ist auch das Wort Sang („auf der Sang“ in Langenaub. Gemarkung) zu erklären: von brennen, sengen, gebranntes oder gesengtes Land. Arnold sagt, dass seit dem 13. Jahrh. jede Spur von Abbrennen des Waldes in den Urkunden verschwinde. (Das Wort Sang kommt anderwärts häufig vor). Bauernregel: Ist Ägidus ( ) hell und klar, kann man noch einen Sang feuern oder brennen.

*/ „Reppern“ wird um 1545 (in L 548) „Rupers wise“ auch „Ruperns wise“ genannt, vielleicht kommt der Name von Rupert = Robert ????

Die Wanderung ist nun zu Ende, aber es folgt nun die Abschrift der Seite 36 auf welche hingedeutet wurde. Auch werden die Seiten dieser Chronik Nr.37 – 38, Rechtsstreit um die Aspenstrut zw. Gusternhain und Breitscheid sowie auf den Seiten 103-108 wie vor jedoch zw. Erdbach und Breitscheid, hier ihren Anschluss finden!

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 179

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