Flurnamen (7)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (7)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

ischen noch mehr als Flurnamen vor und benennt meist, wie auch bei uns ein nach einer Tiefe sich ziehendes Stück Feld: Hinab zur Unterwelt, dem finsteren Reich der
altgermanischen Göttin „Hel“.! Im unteren Teil unserer „Höll“ war ein großer Platz mit Hainbuchen bestanden, und die Gegend hieß „bei den Hainbuchen“.(Jetzt gehört das Feld den Kalksteingesellschaften, wie das ganze Randgebiet im Osten). Der über Erdbach auf dem Wald liegende Teil unseres Hochfeldes heißt „Henkenthal“ das bedeutet „hängendes Tal“. In der Gegend darüber ist der „Karrnberg“ 1/ 1717 werden noch im Hochfeld genannt: „uffm Holler“; uffm Schafweg“; „vorm Floß“; „unterm adtig“ ( Attich ist eine Art Hollunder); „uff Ecken“, d.h. „auf den Eichen“; „bey der dicken Eich uffm Köbel“ (Köppel = Hügel) „vor der untersten Hainbuch“; „unterm heiligen Stock“ (auch im Eckerfeld kommt der Name vor: „vorm heiligen Stock“, im Faulfeld überm Feldweg heißt eine Gegend; „bei der Stockmauer“, auch auf der Hub, am Rabenscheider Weg, heißt ein Ort: „beim Heiligenstock“); „vor der vordersten Hainbuch“. Damit mag die Reise der Flurnamen im Hochfeld abschließen.

Das Eckerfeld, geschrieben Eckenfeld. Das eigentliche Eckerfeld, oben am Siegweg ist unser jüngstes großes Feld. Das Eckerfeld ist das am meisten gegliederte, es zerfällt in viele kleinere Teile. Sein kleines Feld ist das Fildgen (Feldchen). Der Medenbacher Weg teilt das Fildgen in 2 Teile. Auf der Karte enthält der Teil, obig dem Weg, hinter dem Erdfeld und „beym Kalkofen“ noch mehr Feld als heute, da inzwischen der neue Hüttenweg angelegt worden ist. Es sind vor dem Pfaffenkäutchesweg unten am Medenbacherweg noch 9 Gewannen, davor dann Gärten; weiter oben reicht das Feld von Pfaffenkäutchen 2/ bis an Pierers Winkel, ohne von einem Weg durchschnitten zu werden. Der Pfaffenkäutchesweg, geht durch Pfaffenkaut.

(Heute ist der linke Arm beseitigt). Bei Pfaffenkäutchen lag der Osterberg (jetzt der Abhang vor dem Wohnhaus), so genannt, weil an diesem Rain die Breitscheider Jugend in Begleitung der älteren Leute ihre Osterspiele hielt. (Welche Freuden haben wir als Kinder dort erlebt, wenn wir die Eier und Bälle den Abhang herab „schibbelten“!) Nach dem Weltkrieg verkaufte die Pfarrei den Osterberg an eine Gruben-Gewerkschaft, welche ein Wohnhaus dort errichtete (heute Haus des Lehrers Thenert). Zu bedauern aber war es, dass nicht eine andere Osterwiese den Kindern gegeben wurde, etwa die Pfarrwiese mitten im Dorf. Man soll solche durch das Alter geheiligten ehrwürdigen Volkssitten nicht so leichthin untergehen lassen. Die bis Breitstrut über dem Medenbacherweg liegenden Äcker zählen auch zum Eckerfeld. Ferner die Äcker über dem Tiergarten, unter Kunzenloch; diese heißen auf der Karte „Eckertz Helden“, mundartlich „Eckerts Hälle“ (Eckert von Eckhart Halden).

In ihm liegt noch am Hüttenweg „Kunzenlochs-Heckelchen“. Überschreiten wir nach Osten den Hüttenweg, dann sind wir im „Furth“. Furt bedeutet nicht nur „Übergang über ein fließendes Wasser“, sondern schlechthin auch „Weg“. Die Acker liegen in einer Senke. Wer weiß, ob nicht in alten Zeiten ein Weg dort gelaufen ist. „Im Furth“ heißt das Gelände. Am Südrand der Äcker, nahe am Hütten=weg


1/ Arnold sagt in „Ansiedel u. Wand. Deutsch. Stämme“. Karnberg sei aus den ahd. „Quirn“ Mühle Holzmühle, entstanden; es kann also dort ein Mühlenbetrieb der alten Art bestanden haben, der nicht vom Wasser abhängig war. (Vor dem 11 Jahrh.)
2/ Jetzt Besitzung des Lehrers Thenert.

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 177

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