Flurnamen (6)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (6)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

der Breitscheider Gemarkung. Kauten sind entweder verlassene Gruben u. Steinbrüche oder sie sind durch Zusammenstürzen unterirdischer Hohlräume entstanden. Gut, dass sie da sind. Ihre Bäume und Sträucher erfreuen das Auge, im Schatten der selben kann der müde Feldarbeiter Mittagsrast halten; sie bieten ihm Schutz bei Regengüssen und sind vor allem notwendig für die Vogelwelt; die Vögel sind die besten Freunde des Landmanns im Kampfe gegen das Ungeziefer. Die Hühnerkaut heißt wohl so von den Feldhühnern.

Nun zum Hochfeld. Sein kleines Feld ist „Hinter Flursheeg“. Auf der Karte ist die „Heeg“ durch Punktierung und Strichelung angedeutet. (Der alte Bürgermeister Georg, geb. 1849, sagte mir, er könne sich noch erinnern, die Steine auf der Angewann zwischen dem „Fildchen“ und „Hinter Flursheeg“ gesehen zu haben; eine Hecke sei aber nicht mehr da gewesen. Die Steine seien dann zur Auffüllung des Erdbacher Weges benutzt worden. An früherer Stelle habe ich auf die Bedeutung solcher Hecken hingewiesen). Durch die dritte und vierte Gewann dieses Krautfeldes, in der oberen Hälfte, zieht sich der „Pfarr-Acker vor Paffen Heck“, und durch die vierte, fünfte u. sechste Gewann (!), aber in der unteren Hälfte, zieht der „Pfarr-Holler Acker“. Pfaffenheck bedeutet Pfaffen-Heckelchen oder Wäldchen. Die letzten drei Gewannen dieses kleinen Feldes heißen auf der Karte, „Hinter Paffen Heck“. Auf der Grenze der drittletzten und zweitletzten Gewann ist in der oberen Hälfte dieses Feldchens die „Bomges Mauer“ quadratförmig eingezeichnet (unterm Feldweg). Mit diesem Namen weiß ich nichts anzufangen. (Von Baum?) höchstwahrscheinlich Bäumches Mauer. So auch in einem Pachtvertrag von 1775. 1717 „bonnigeß“ „bonniges mauer“. Die Volkssprache sagt auch “ Bomges“… Das Kartenblatt der 4 ersten Gewannen des nun folgenden Hauptfeldes trägt die Überschrift: „vor den Holtzäpfelbäum“. Durch die erste und zweite Gewann zieht sich in der Mitte des Feldes der „Pfarr-Acker bey den Kirschbäum“. Weiter nach Osten erscheinen nun die „Drey Mauern“; Die Gewannen dahinter heißen „hinter den Holzäpfelbäum“. Die unterste der 3 Mauern trägt die Bezeichnung „Holzäpfel Bäum“. (Diese Mauern, oder richtiger Steinhaufen, sind heute noch vorhanden). „Obig dem Feldweg“ in der Mitte zwischen dem Feldweg u. dem Medenbacher Weg, nahe bei Breitstrut, ist eine Wüstung eingezeichnet mit einem Baum; dabei steht „Spitz- Bierbaum“; die ganze Gegend ist nach diesem „Spitzen Birnbaum“ genannt. Weiter hinten, dicht über dem Feldweg, heißt ein Grundstück „Kolben Bierbäum“. Die nun folgende Gegend rechts u. links vom Feldweg heißt „in der Hohen Grub“. Darin liegen über dem Weg die „Gertrauder Bierbäum“, weiter östlich u. nördlich die „winkel-Bäum“. In der selben Gewann, aber etwas unterhalb des Feldwegs, sind die „Braumen- Bäum“ (Pflaumen Bäume ) eingezeichnet. Das Feld unter der „Hohen Grub“ und das am Bernsbach, wie auch dasjenige „in der Höll“; ist als „Brachfeld“ bezeichnet. Danach scheint die Aufhebung des Brachfeldes, von der früher die Rede war, erst nach und nach stückweise vor sich gegangen zu sein. Die Bezeichnung „in der Höll“ kommt im Nassau =
ischen

Ab hier Nachtrag !!!!

häufig vor und bezeichnet immer einen mehr oder weniger steilen Hang. Auch bei uns zieht sich der betreffende Gemarkungsteil hinab in die Tiefe. Wegen der Ähn= lichkeit der Vorstellungen Abhang, Abgrund u. Hölle, deutet das Volk das Wort „Hell“ (der nur Abhang, Halde (Bergeshalde) bedeutet) als Hölle, Unterwelt.

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 176

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