Flurnamen (5)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (5)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

von 1349, dass die Sorge für das Geleuchte in der Kirche eine wichtige war. Tag und Nacht brannten die Wachskerzen.- Im Hochfeld heißt 1717 eine Gegend hinte Flursheeg „auf der Hofstatt“.- Nachdem wir so schon einiges vorweggenommen haben, wollen wir uns wieder an unsere Kartenblätter aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts halten. „Hinter der Ziegelhütte“ ist das kleine Feld des Faulfeldes. Es ist von seinem Hauptfeld durch die „Hollersange=(Holderstrauch) wand“ (es hat wohl dort ein Hollunder gestanden) getrennt. Im obersten Drittel der zweiten Gewann von dieser Angewann liegt die „Pfarr-Leucht-Satel“.

(Sonst meistens „Sadel“ geschrieben; es ist das mundartliche „Sorel“ und wohl zu „säen“ gebildet). Der Erdbacher Weg heißt „Holer Weg“ bis an die Hollerangewann. Wir ersehen daraus, wie hohl er früher gewesen ist. Im Hauptfeld ( Faulfeld ) liegt in der zweiten Gewann ziemlich weit unten der „Pfarr Spies Acker“ und in der dritten Gewann, ebenfalls im unteren Drittel, die „Pfarr- Faulgen“. Auf der Grenze zwischen der dritten und vierten Gewann unter der Hollerangewann ist im oberen Drittel unterm Feldweg die „Müller- Mauer“ in der Form eines Sechsecks eingezeichnet, sie muss also damals noch vorhanden gewesen sein; sie ist heute auch verschwunden, aber noch beim Ackern zu spüren. Unten, rechts vom Erdbacherweg auf Gassenspitz, das enge Tal heißt „Engental“. Der Weg südlich von „Gassen“ heißt „Bienweg“ (von Bienen)

(Gassen soll ursprünglich zur Breitscheider Gemarkung gehört haben. Da das gefällte Holz nur mühsam aus der Schlucht heraufgebracht werden konnte sollen es die Breitscheider gern an Erdbach umgetauscht haben.) Die letzten 3-4 Gewannen vor Steinkammern heißen auf der Karte „Brachfeld vor Steinkammern“. Oben über dem Feldweg hinten am Wald der „Pferdswinkel“. Das Gelände westlich davon heißt „auf der hohen äsch“ (= Esche). Darüber „Liebstein“, ein freundliches Fleckchen Erde, das liebe Jugenderinnerungen in mir wachruft. Ich vermute, dass Liebstein nach dem Personennamen Lüb genannt ist. Jost Lüb lebte im 30 jährigen Krieg hier; ich meine, um diese Zeit „Lübstein“ gelesen zu haben. Pfarrer Ludovici schreibt später Jost Loib und „Loibstein“. Der Name „Lüb“ bedeutet aber auch „lieb“ (altdeutsch liub); man kann also die Form „Liebstein“ auch als richtig anerkennen. Unterm „Rolsbach“ an der „Erdbacher Pferd-Weyde“. ( Pfeifers Jakob von Erdbach meint Rolsbach hieße es vom Rollen des Baches.) Nun mögen noch einige Flurnamen im Faulfeld aus dem Stockbuch von 1717 angeschlossen werden, zum Teil in verbesserter Schreibweise. „Unter der Wiesenheeg“ (wir sehen daraus, dass die Wiesen unter Kleingruben durch eine Hecke vom Feld abgeschlossen waren); „vor der runters (?) mauer“; „unterm Feldgarden am Steinpferch“; „uff gassen vor der schloff uffen bien wäg“ („Schlof“ heißt „Schleife“). Auf der Schleife wird der Pflug geschleift); „am Rossmorgen“ (?); „uff der mühl“; „bey der Hühnerkaut“. (Becher sah um 1789 etwa 20 Kauten in der Breitscheider


Der Sadel von Seite 175, sowie der hohle Weg, wurden auf der vorherigen Seite beschrieben.

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 175

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