Flurnamen (3)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (3)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

genden Wald. Die „Kohlenmühle“ (Gelbermühle) mit den Wirtschaftsgebäuden ist eingezeichnet. Sie stand dort von 1694 bis um 1907. (Die Mühle in „Kohl-Hayn“ wird 1694 zum erstenmale im Breitscheider Taufbuch erwähnt. Belehnungsurkunde von damals im Archiv.) Das im Volksmunde sogenannte „Mellstück“ unter der Gemeindewiese heißt auf der Karte „Im Schmelzstück“. Es erinnert der Name wohl an die frühere Gepflogenheit, im Walde Eisenstein zu schmelzen. (Einige Gruben- Vertiefungen solcher „Handhütten“ finden sich noch in dem umliegenden Wald). Das „Schmelz“ war der Zunge zu unbequem und anstrengend und wurde zu „Mellstück“ abgeschleift und verdunkelt. 1/ Gemeinde-Ochsenwiesen sind im Tiergarten, im Rädgen (Rödgen) und eine besonders große im Osten von Grimmelwies am Schönbacherweg eingezeichnet. Die erste Neuwiese (der alte Grund) ist noch nicht auf der Karte; es ist aber mit Gewißheit anzunehmen, daß sie schon vor 1830 gerodet war. 2/ Die zweite (der Steingrund) ist um 1840 entstanden, in 1842 wurden die „Teile“ im Grundsteuer-Kataster zugeschrieben. (Die jüngsten Wiesen, die auf der Hub) wurden auf Anregung des Bürgermeisters Theodor Petry in der Mitte der 1890 er Jahre angelegt. Die drei zuletzt genannten Wiesengründe haben alle Stücke von gleicher Größe, sogenannte „Teile“, weil sie unter die „rezipierten“ Bürger verteilt, verlost wurden.- In den „Wiesen untig dem Dorf“ ist das Hügelgelände rechts des Baches in „Kleingruben“ „als Köppel auf Kleingruben“ eingetragen. Der hohe Rain rechts von der Mündung des Erdbachs, da wo er vor 1928 in den Felsen verschwand, heißt auf der Karte „Elm“ und die Wiese darüber heißt „Pfarrwies auf der Elm“. (Elm= Ulme). Etwas weiter aufwärts westlich, als die „Koppel auf Kleingruben“ dicht am Wiesenpfad liegend, ist ein Gebiet in der Größe von 7 bis 8 Wiesen, durch 2 1/2 Gewannen gehend, als „Faulen Gärten“ bezeichnet.Faulfeld, Müllermauer, auf Gassen Dieses „Faulen“ ist ebenso zu deuten wie das „Faul“ in Faulfeld und „in den Faulgern“: Boden, der durch das Verfaulen und Verwittern des Rasens entsteht. Die „Faulen Gärten“ am Wiesenpfad sind kleinere Stücke gewesen, da das Gebiet in 28 „Item“ zerfällt. Ich habe mir hier auch die Bezeichnung „Item“ für ein einzelnes Grundstück zu eigen gemacht.

„Item“ wurde früher bei allen möglichen Aufzählungen, jedes mal wenn ein neuer Punkt, eine andere Nummer derselben Gattung auftrat, angewandt. Item kommt vom lateinischen item und bedeutet „desgleichen, ferner“; zu sagen, ein Acker bestünde aus 2 Item, ist danach natürlich eine verkehrte Anwendung des Wortes.- Das Stockbuch von 1717 enthält noch folgende Wiesen-Flurnamen: „im Thirgarden“ bey der runtes Könnel ( Kännel, Kändel); „untig dem schneiders bohren ( Born ); „Funcken wieß“; „wieß in der müllers wieß“; „in Klößen gräben“; „in langen gräffen“ (vom Familiennamen Lang, der früher hier vorkam); „in großen gräffen“ (vom Namen Groß) „ahm girschen graben“ (Kirchengraben) u.s.w. Oft steht da: „ligt ahn der Höf“, oder „stößt (an die Höf“)


1/ Es gab aber auch den altertümlichen Namen Mell (Heinrich Schmidt hieß „Mells Heinrich; + um 1888; weder in den Kirchenbüchern, noch sonst fand ich den Namen Mell; vielleicht hängt dieser Name auch mit „Schmelz“ zusammen.

2/ Die „Neuwies“ wie der „Alte Grund“ bis zur Anlegung des Steingrundes ( 1840 – 1842 ) genannt wurde, ist 1820 unter die Einwohner Brs. verlost worden.

Alle Akten darüber in uns. Gem. Archiv.

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 173

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