Flurnamen (10)

Ein Gang durch unsere Gemarkung von Breitscheid. (10)

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Aufklärung der Flurnamen und deren Bedeutung, aus der Ortschronik Seite 171-179

1511.

Das Pfarr-Register von diesem Jahre zählet folgende Äcker im Außenfeld:

  • 1) Ein Stück in Hermannsroth an Schmitts Hainzen gelegen;
  • 2) noch ein Stück daselbst auf dem Gleichen an Henrichs Kinder gelegen;
  • 3) eine Sadel am gebrannten Berg an Thebus Clös;
  • 4) ein Stück Landes hinter Aspenstruth an Heinzes Hennges Kindern gelegen;
  • 5) ein Stück Landes das das Bette (?) genannt an Beule Jost Kindern geleg.
  • 6) ein Stück das Hufe (?) genannt an ……
  • 7) noch ein Stück Landes in Ecken (oder Eckern) an Weigel;
  • 8) ein Stück Lands auf dem Thurn (Thurm) an Claß Kindern gelegen;
  • 9) noch ein Stück Lands daselbst auf dem Gleichen an Reinhards Kindern gelegen;
  • 10) ein Stück Lands auf dem Geißbach vor und in der Hecke auf Steiln Adams Kind, geleg.
  • 11) ein Stück Lands in Semetsen (?) an Hengen Clöß Erben gelegen;
  • 12) ein Stück Land und Hecken an Pfaffen Rein, stößt an Erleshein.

Das Pfarr Register von 1603 führt 11 Äcker im Außenfeld an, darunter folgende, die in obigem nicht verzeichnet sind;

ein Acker im Hachelbachs Seifen, allenthalben an Schmitts Kindern gelegen;
ein Acker in Heufeln, oben zu Paffen Hans unten zu Schmidts Henges.
(Die Geißbach heißt darin Geißenbach; Semetsen vielleicht Semotsen)
Wo lagen die Äcker? Es ist heute nicht mehr zu bestimmen, selbst die Gegend nur bei einigen. Aspenstruth war ein zwischen Breitsch. u. Gusternh.
gelegener mit Aspen bestandener Hügel, später wurde das ganze Gelände von der Rabensch. Gemarkung bis an den Schönbacher Weg so genannt. „Hinter Asp.“ war viell. das heutige Erdb. Gelände in der Windlück. „Im Geißenbach ist  unsere heutige Gemeindewiese im Wald. Hachelbachsgraben war an der Rab. Grenze; dort muss wohl auch Hachelbachs Seifen zu suchen sein. Seifen = sumpfiges Gelände.

Außenfeld haben wir heute nicht mehr, sondern nur noch Innenfeld, Baufeld. Es wurde nur 3 Jahre (nach der Abschrift vom Ende des 18. Jhrh.) besamt (wohl nur mit Hafer), dann eine Reihe von Jahren zur Erholung „urlos“ (müßig) liegen gelassen. Im 30 j. Krieg blieb das Außenfeld urlos liegen nach einem Notiz in 1641. Es heißt da, die Äcker der Pfarrei im Außenfeld könnten nach ihrer Lage noch angegeben werden. Die Äcker im Außenfeld blieben vergessen, bis ein besond. Anlass daran erinnerte. In uns. Pfarrhs. liegt der Entwurf eines Bittgesuchs an die Behörde, die Pfarrgüter betreffend, ohne Datum u. Unterschrift. Durch Schriftvergleichung hoffe ich noch festzustellen, welcher Pfr. das Gesuch schrieb. Es war 1783 unter Pfarrer Schmitt. Es heißt da: „Vor 2 Jahren verteilte die hiesige Gemeinde ein Stück Landes nahe am Dorf gelegen, u. es bekam jedes Gemeindeglied davon 2 Länder, Krautpflanzen und Bohnen darauf zu ziehen.“ Er sagt dann, er habe 2x gebeten, wenn die andern dazu bestimmtem Länder verteilt wurden, der Pfarrei davon auch etwas zugeben, er habe aber tauben Ohren gepredigt und sei jedes mal abschlägig beschieden worden. Nun sollten aber die Plätze Hermannsroth und Aspenstrut, worüber bisher Streit zwischen Breitsch. u. Erdbach gewesen, wieder verteilt werden und da, wie aus den alten Kirchenakten ersichtlich, die Pfarrei wie in der ganzen Gemarkung, so auch in dem zu verteilendem Gelände Acker besessen habe, so beantrage er hiermit, dass die Pfarrei auch jetzt ihren Anteil bei der Teilung erhalte. (Ausgang des Gesuchs mir unbekannt). Es muss gegen Ende des 18. Jhrhdts. gewesen sein. Diesem Gesuch ist auch die obige Abschrift von 1511 entnommen.

Das Amt

Das Amt zu Herborn verhörte den Heimberger Kolb u. die Vorsteher von Br. über die Vorstellungen des Pfrs. Schmitt. Sie gaben an, sie hätten wohl dem Pfr. bei den Verteilungen der Ländereien nichts gegeben, er habe aber auch nichts zu beanspruchen. Die Pfarrei hätte wohl „in vorigen Zeiten“ auch Grundstücke auf dem Hermannsroth gehabt, allein es wären solche in der Folge ausgetauscht worden u. die dagegen erhaltenen in das neue Lagerbuch eingetragen worden; nur das im Lagerbuch der Pfarrei stehende habe der Pfr. zu beanspruchen.

Im folg. Jahre (Juli 1784) verfügte das Konsist, zu Dill., die Gemeinde habe der Pfarrei die seit unvordenklichen Zeiten urlos liegenden Stücke zu ersetzen und das Amt zu Herborn habe der Pfarrei zu ihrem Recht zu verhelfen. Die Pfarrei war insofern im Recht, als nur die Acker auf Hermannsroth, nicht aber auch diejenigen des übrigen Außenfeldes ersetzt worden waren.

Die Seite 36 der Br.- Gem.- Chronik konnte nicht Zeile für Zeile abgeschrieben werden, da dieser Teil auf dem Rand vermerkt wurde und die Zeilen zu lang waren. (Ende)

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Übersetzt aus der alten deutschen Schrift von Hans Henn

Seite 36

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