Die Gelbermühle im oberen Aubachtal

Aus den Breitscheider Nachrichten

In der letzten Ausgabe der “Breitscheider Nachrichten” habe ich über den Verkauf der “Kohlenmühle” bei Breitscheid im Jahre 1722 berichtet. Dort war zu lesen, dass die “Kohlenmühle” seit 1717 auch gleichzeitig “Gelbermühle” (gelegentlich auch “Gelpermühle”) genannt wurde und dass sich dieser Name letztlich auch durchsetzte und gebräuchlich war. Ernst Henn hat sich auch nach seinem Bericht im Februar 1972 in den “Heimatblättern” mit der Geschichte dieser Mühle befasst, die ja die einzige Mahlmühle auf Breitscheider Grund war. Bei seinen Recherchen fand er im Jahre 1986 heraus, dass die Gelbermühle 1692 erstmals erwähnt wurde und bis 1907 bestand. Damals brannte sie zum wiederholten Male ab und ist nicht wieder aufgebaut worden, über ein “Heimwehgedicht” auf die ehemalige Mühle schreibt er wie folgt:

Heimwehgedicht

Ein Heimwehgedicht auf die ehemalige Gelbermühle im Aubachtal. Von der Gelbermühle, die auf der Breitscheider Gemarkungsseite im Aubachtal lag und von 1692 bis 1907 in Betrieb war, sind heute nur noch ganz wenige Reste vorhanden. Die Mühle wurde von dem Müller Peter Nix aus Haiger erbaut und hat den Einwohnern von Breitscheid und Langenaubach als Getreidemühle gedient, bis sie vor nunmehr fast 80 Jahren abbrannte. Bis dahin haben die Müller oft gewechselt; der Besitz war nicht gut genug fundiert und der Ertrag für die meist kinderreichen Familien zu gering.

Nach dem Krieg 1870/71 war Johann Jost. Zissler, gebürtig aus dem Kreis Biedenkopf, Inhaber der Gelbermühle. Von dessen Sohn Ferdinand, geboren 1875, der nach dem Besuch der Missionsschule Barmen Missionar auf Borneo und später Lehrer, Pfarrer und Schriftsteller in einer deutschen evangelischen Kirchengemeinde in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde, ist uns ein Gedicht überliefert, in dem er die väterliche Mühle gefühlvoll schildert, dabei aber auch seine deutsche Gesinnung besonders betont.
Oben der Link auf die sechs Strophen von Ferdinand Zissler aus dem Gedichtbändchen “Schwert und Harfe” im Verlag Barmen (ohne Jahrgangsnennung): zurück