Bombardierung 6

teppich belegt, wovon einer den Platz selbst mit seinen Gebäuden traf. Der andere Teppich traf den Wald am Pfaffenrain (Distrikt 6), die Beuligenwiese (Flur 8), das Eckenfeld (Flur 29), das Fildchen (Flur 16), die Stauerswiese (Flur 9), die Dorfwiese (Flur 5), das Feld hinter der Ziegelhütte (Flur 18), die Kläsengärten (Flur 4) und einige Gebäude am Ostrand des Dorfes. Im ganzen habe ich 232 Bombeneinschläge schweren Kalibers gezählt. (Anmerkung: Karl Georg schätzte, dass von den ca. 230 Bomben auf Breitscheid ca. 10 % in die bebaute Ortslage fielen).

Als sich dann infolge des Vorrückens der Feindtruppen die Flugplatzverwaltung in der Nacht vom 26. auf 27. März 1945 anschickte, den Platz zu räumen, wurde dieser zu allem Überfluss noch mittels eingegrabener Bomben gesprengt, desgleichen auch das Lagergebäude und der Wasserbehälter. Nach dem Einmarsch der Amerikaner sprengten diese zuletzt noch die Munitionsbunker am Fußpfad nach Rabenscheid.“

Dieses waren die niedergeschriebenen Erinnerungen des damaligen Bürgermeisters Robert Bechtum. Er hat die Entwicklung des Breitscheider Flugplatzes von der Planung im Jahre 1935 über Bau und Fertigstellung in den Jahren 1936 bis 1938 bis hin zur Nutzung durch die Luftwaffe 1940-1945 und Zerstörung im Harz 1945 erlebt.

Schon bei den ersten Gesprächen und Verhandlungen mit Beamten des Landratsamtes und Offizieren und Beamten des Luftgaukommandos Münster i.W. sei „eine dunkle Ahnung in ihm aufgestiegen, dass dieser Flugplatz für Breitscheid nichts Gutes bringen würde“. So war dann der Bombenabwurf am 11. März 1945 für ihn die vorrausgesehene Konsequenz aus dem Entschluss der Reichsregierung, auf der Breitscheider „Hub“ einen Feldflugplatz zu bauen.

Wie ich schon erwähnte, haben viele heute noch lebende Breitscheider Bürgerinnen und Bürger den Bombenabwurf am 11. März 1945 bewusst erlebt und in starker Erinnerung behalten. Leider gibt es so gut wie keine Fotos von dem damaligen Geschehen und den Folgen des Angriffes. Es gab seinerzeit nur wenige „Fotoapparate“ im Dorf, und der Schrecken über das gewaltige Geschehen war sicher größer als das Bedürfnis, das Gesehene im Bild festzuhalten. Außerdem war es damals bei Strafe verboten, Kriegsfolgeschäden zu fotografieren. Da ich dem Leser keine Fotos präsentieren kann, möchte ich stellvertretend für viele Augenzeugen einen damals 13 Jahre alten Jungen zu Wort kommen lassen.

Friedhelm Hild hat den Bombenangriff 1945 in unmittelbarer Nähe unversehrt überlebt und die damaligen Eindrücke bis heute nicht vergessen. Er schildert uns das Erlebte wie folgt: „Es war ein trüber, nebliger Sonntagmorgen. Ich hatte meine drei Nummern zu großen Schaftstiefel geputzt und Mutter bereitete gerade das Mittagessen zu, als es Fliegeralarm gab. Schnell zog ich meine Stiefel an und ging, wie bei Alarmen schon gewohnt, zu einem ca. 200 Meter entfernten Stollen, der im Kleingrubenloch ca. 4 m tief in eine Böschung getrieben war. Auf halbem Wege dorthin, etwa in Höhe des Gemeindehauses der Freien evang. Gemeinde, sah ich außerhalb des Dorfes (in Richtung Langenaubach ) die ersten Bomben fallen. Ich rannte los, um den Stollen zu erreichen und erlebte dort ganz alleine, wie rundherum die Bomben fielen. Es kam mir vor, als würde die Erde beben. Durch den Luftdruck wurde ich gegen die Wände geworfen, wodurch ich einige Schrammen im Gesicht davon trug. Nachdem der Angriff vorbei war und ich aus dem Stollen kam, wurde ich in eine schwarze Rauchwolke eingehüllt. Ich rannte auf die Erdbacher Straße und sah dann beim Haus von Willi Meier bereits einige tote Hühner an der Gartenmauer liegen. Vol-

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