Bombardierung 5

teten Erdbach aufräumte, um eingeklemmte Schafe vor dem Ertrinken zu retten. Dennoch konnte nicht verhindert werden, das bei Hilds drei Schafe ertranken. An anderen Stellen war das Vieh eingeklemmt. Nach der Bergung von Menschen und Vieh mussten wieder die Licht- und Wasserleitungen hergestellt werden. Der Erdbacher- und Medenbacher Weg sowie die Siedlung waren ohne Wasser. Zusammen mit Polizeidiener Schnell und Otto Kolb (Reeches Otto) habe ich die Wasserleitungen Ecke Schulweg – Erdbacher Weg aufgegraben und instand gesetzt. Somit war der obere Teil des Erdbacher Weges und die Siedlung wieder mit Wasser versorgt.

Ein Pole, den ich zu dieser Arbeit angefordert hatte, verweigerte die Hilfe und erschien erst auf meine Drohung, ihn verhaften zu lassen, am Tage später, als wir schon fertig waren. Auch die Soldaten des Flugplatzes, deren Küche bei Metzger Kolb (Schlitzerschhaus) ohne Wasser war, waren für solche Arbeiten nicht zu haben.- Erst Wochen später konnten die Wasserleitungen am unteren Erdbacher Weg und am Medenbacher Weg wieder hergestellt werden, weil es an Wasserleitungsrohren fehlte. Man entschloss sich dann, die fehlenden Rohre aus den teilweise zerstörten Leitungen vom „Grünen Wieschen“ zu entnehmen. Die Arbeiten wurden von den Interessenten selbst ausgeführt.

Durch den Einsatz von Volkssturmmännern und ausländischen Arbeitern konnten bis zum Rückzug unserer Truppen die Straßen wieder passierbar gemacht werden. Dieser Einsatz erfolgte nur an Sonntagen; in den Betrieben wurde trotz täglicher Fliegeralarme bis einige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner regelmäßig gearbeitet.

Erwähnen möchte ich noch den Müller Eugen Thielmann und den Bäcker Emil Henning, durch deren Tätigkeiten eine ungestörte Versorgung der Bevölkerung mit Brot möglich war, sowie den Polizeidiener Schnell, der mir in der Ausübung der Gemeindegeschäfte während dieser Zeit treu zur Seite gestanden hat. Auch Dr. Friedrich Schick hat durch die Zurverfü-gungstellung der Tongruben-Stollen, sowie durch den Ausbau derselben mit Betten, der Bevölkerung einen großen Dienst erwiesen.“

Soweit die Berichterstattung von Karl Georg in der Breitscheider Dorfchronik. Zitieren möchte ich aber auch noch die Ausführungen von Robert Bechtum (1889 – 1968), der von 1925 bis 1945 Bürgermeister in Breitscheid war. Ernst Henn hat 1980 in der Festschrift zur 750 Jahr-Feier der Gemeinde Breitscheid Ausführungen von Robert Bechtum verwandt, die er für die Orts-Chronik über den Flugplatz „Auf der Hub“ geschrieben hat. Darin heißt es:

„Der Flugplatz war während des Krieges nur zeitweilig belegt. Als jedoch im Jahre 1944 die deutschen Truppen Frankreich räumen mussten, kam Ende August eine Staffel Kampfflugzeuge aus Frankreich und belegte den Platz. Für eine möglichst gut getarnte Unterstellung der Flugzeuge mussten an einem Sonntag im August von den Ortseinwohnern in der Schutzhecke (Distrikt 4) eine größere Anzahl Boxen geschlagen werden, wodurch die Schutzhecke in ihrem Bestand gefährdet wurde, denn das Abholzen der Saumfichten auf der Westseite setzte sie dem Windbruch aus. Außer den Kampfflugzeugen waren auch Aufklärungsflugzeuge (sogenannter Fieseler Storch) hierher verlegt worden. Ein Teil der Flugzeuge war auf der Alten Rheinstraße im Wald oberhalb des Buchlindenrains zur Tarnung abgestellt.- Nach den Fliegerangriffen an 6. und 7. Oktober 1944 wurde die Kampfgruppe nach Hannover verlegt. Am Sonntag, dem 11. März 1945, traf nun Breitscheid das durch den Flugplatz heraufbeschworene Verhängnis; mittags 12 Uhr wurde der Ort, der Flugplatz und auch der Nachbarort Gusternhain mit je einem Bomben-

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