Bombardierung 3

war die neue Schule betroffen worden. Ein schreckliches Bild der Verwüstung war in Gusternhain zu sehen; dort waren viele Häuser vernichtet, und es kamen auch mehr als zwanzig Menschen ums Leben. Auch in Breitscheid waren Menschenleben zu beklagen. Ein Sohn des Heinrich Albert Kolb hatte am Fenster des Wohnzimmers gestanden, er erlitt einen Lungenriss durch den Luftdruck und musste sein Leben lassen. Die Nach-barsfrau Wilhelm Thielmann Wwe. wurde unter Trümmern verschüttet, ebenso ein Sohn von ihr. Nachdem der fürchterliche Angriff vorüber war und die feindlichen Flieger weiter nach Osten geflogen waren, wurden sofort alle arbeitsfähigen Männer zu Aufräumungsarbeiten aufgerufen, um noch Vermisste aufzusuchen. Nach langer anstrengender Arbeit wurde die Wwe. Thielmann aus den Trümmern ihres Hauses herausgeholt, jedoch als Tote, ihr Sohn Walter war noch am Leben.

Recht lange Zeit war nötig, um die Trümmer wegzuräumen sowie die sehr beschädigten Ortstraßen wieder gang- und fahrbar zu machen. Anfangs haben dabei viele Menschen geholfen, nach und nach aber versagte diese Hilfe mehr oder weniger (leider). Recht viel Arbeit gab es bei den Äckern und Wiesen; viele Bombentrichter sollten wieder beseitigt werden, bevor die Frühjahrsarbeiten begonnen werden mussten. Auch dazu wurde nur anfangs die allgemeine Hilfeleistung befohlen, später konnte der Geschädigte zusehen, wie er sein Grundstück wieder einigermaßen in Ordnung brachte. Es gab kaum ein Gebäude, das noch heil und ganz war; so war nun jedermann bestrebt, sein eigen Haus einigermaßen in Ordnung zu bringen. Das war meistens eine recht schwierige Sache, denn es fehlte nicht nur an Handwerkern, sondern auch an dem nötigen Material. Es dauerte recht lange, bis z.B. das notwendige Glas für die vielen zerbrochenen Fensterscheiben herbei geschafft werden konnte. Die Dächer hatten allgemein viel gelitten; überall sah man Leute damit beschäftigt, dieselben waren auch nur ganz primitiv vorläufig zu reparieren. – Ein besonderes Erlebnis hatte die Familie der Frau Anna Weber Wwe. (am Medenbacher Weg): Sie hatten in einer kleinen Ecke des Kellers Zuflucht vor den Bomben gesucht und gefunden. Alle waren unversehrt geblieben, obwohl das ganze Haus eine Trümmerstätte geworden war.“

Dieses große Glück hatten jedoch andere nicht: So starb in den Trümmern ihres Hauses Frau Rosine Thielmann, geborene Spornhauer, im Alter von 70 Jahren. Sie war dabei, eine Kuh zu melken, als die Bomben fielen. Trotz sofortiger Suche konnte ihr Leichnam erst nach einer Woche unter den Trümmern des Hauses gefunden und geborgen werden. Auch der Nachbarjunge Heinz Kolb, gerade erst 14 Jahre alt geworden, starb durch den Luftdruck, den die detonierenden Bomben erzeugten, einen frühen Tod. Desweiteren wurde ein Soldat getötet, der sich in Höhe der Gastwirtschaft Zeiler auf der Straße befand, als die Bomben fielen. Glück hatten jedoch Pferde, die in „Herborn’s Scheune“ untergestellt waren. Durch die Wucht der Explosion einer vor der Scheune eingeschlagenen Bombe wurde das Gebäude völlig zerstört, aber die Pferde standen später unversehrt mitten im Feld. Ebenso durchschlug ein großer Stein das Dach eines Wohnhauses und landete im Schlafzimmer auf einem Bett, in dem Minuten vorher noch ein kleiner Junge lag. Gerade rechtzeitig war er in Sicherheit gebracht worden.

Die ältere Generation unter uns hat sicher noch Erinnerungen an dieses für Breitscheid so gravierende Ereignis und, soweit sie an diesem Tag in unserem Ort waren, gibt es noch einige Zeitzeugen, die über das Erlebte berichten können. Bevor ich diese zu Wort kommen lasse, möchte

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